ÖFB-Team trifft erneut auf die Deutschen

31. Juli 2011, 15:23
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Schweden, Irland, Färöer und Kasachstan sind die weiteren Gegner in der Gruppe C um das Ticket zur Endrunde nach Brasilien

Rio de Janeiro - Ronaldo hat der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft wieder ein Duell mit Deutschland beschert. Brasiliens einstiger Superstar zog Österreich am Samstag bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2014 in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) in Rio de Janeiro in die Gruppe C mit dem großen Favoriten Deutschland, schon in der laufenden EM-Qualifikation Gegner der ÖFB-Auswahl, sowie Schweden, Irland, die Färöer und Kasachstan. ÖFB-Präsident Leo Windtner und Teamchef Dietmar Constantini zeigten sich in einer ersten Reaktion mit dem Los zufrieden.

Damit sich Österreich erstmals seit 1998 (in Frankreich) wieder für eine WM-Endrunde qualifiziert, ist entweder der Gruppensieg oder Platz zwei und ein anschließender Erfolg im Play-off gegen einen anderen Gruppenzweiten notwendig. Eine schwierige Aufgabe, aber auch nicht aussichtslos. Schweden und Irland sollten an guten Tagen in Reichweite sein, hoffen Constantini und Windtner.

"Deutschland ist in unserer Gruppe zweifelsohne der große Anwärter auf den Gruppensieg. Schweden und Irland sind von der Papierform über uns zu stellen, die Aufgaben sind aber durchaus lösbar. Färöer und Kasachstan muss man schlagen", gab sich Constantini in Brasilien verhalten optimistisch. "Die Gruppe ist mit jener in der derzeitigen EM-Qualifikation durchaus vergleichbar", erklärte Constantini. Für die EM 2012 in Polen und der Ukraine ist sein Team nach Niederlagen gegen Deutschland, die Türkei und Belgien aber praktisch aus dem Rennen.

Zufriedener Präsident

Windtner war ob der Gegner in der Gruppe C ebenfalls gut gestimmt und freute sich besonders über das neuerliche Kräftemessen mit Vize-Europameister Deutschland. "Es hätte eindeutig schlimmer kommen können. Die Neuauflage des Duells mit Deutschland ist sportlich eine Riesenherausforderung und organisatorisch für uns sicher ein Glücksfall. Wir alle haben noch die Stimmung im Happel-Stadion im Juni im Ohr", sagte der Oberösterreicher.

Die ÖFB-Auswahl hatte am 3. Juni im ausverkauften Happel-Stadion Deutschland Paroli geboten und verlor erst durch ein Gomez-Tor in der 90. Minute mit 1:2. Das Rückspiel findet am 2. September in Gelsenkirchen statt. Allerdings hat Österreich seit 25 Jahren nicht mehr gegen ein DFB-Team gewonnen. Gegen Schweden hat Österreich eine gute Erinnerung. Auf dem Weg zur WM in Frankreich wurden die Skandinavier zweimal mit 1:0 besiegt.

Teamspieler und Deutschland-Legionär Christian Fuchs freute sich so wie seine Vorgesetzten über die Auslosung. "Dass wir wieder gegen Deutschland spielen, ist genial. Wieder eine neue Chance, ihnen ein Haxerl zu stellen. Die Schweden sind sicher über uns zu stellen, aber wir können auch Land sehen. Gegen Irland, eine britische Mannschaft, habe ich ein gutes Gefühl. Ich glaube, dass uns britische Mannschaften liegen", so seine Kurz-Analyse.

PS auf die Straße bringen

Fuchs hofft, dass er und seine Kollegen eine Qualifikation endlich wieder erfolgreich abschließen können. "Österreich hatte schon lange nicht mehr so viele Spieler in starken Ligen. Viele spielen in ihren Clubs tragende Rollen, sind Woche für Woche gefordert und bringen starke Leistungen. Es ist Zeit, die PS endlich auch in der Nationalmannschaft auf die Straße zu bringen. Als Team können wir stark sein und auch großen Gegnern Paroli bieten, das hat man zuletzt auch gegen Deutschland gesehen", erklärte er.

Auch in Deutschland war man mit der Auslosung zufrieden und freute sich über erneutes "Losglück". Österreich wurde gar als "Lieblingsgegner" bezeichnet. "Wir sind zufrieden. Es ist keine einfache Gruppe, aber wir sind froh, dass wir Frankreich nicht erwischt haben. Wir sind natürlich die Favoriten, müssen aber konzentriert zur Sache gehen", meinte Nationalteam-Manager Oliver Bierhoff.

Schwedens Verbandspräsident Lars-Ake Lagrell sprach von einem "brauchbaren Los", warnte aber auch vor Österreich. Lagrell erinnerte an die Qualifikation für die WM 1998 in Frankreich, in der die Schweden gegen Österreich zweimal mit 0:1 verloren hatten. "Natürlich ist Deutschland in der Gruppe sonnenklarer Favorit. Österreich ist immer schwierig, besonders auswärts. Wir haben 1996/97 in der WM-Qualifikation von ihnen Haue bekommen", erklärte Lagrell. Teamspieler Anders Svensson stufte sich und seine Kollegen als zweitbestes Team hinter Deutschland ein. "Schweden ist Favorit auf den zweiten Gruppenplatz. Ich denke schon, dass wir besser als die übrigen Teams sind, aber Irland wird hart, besonders auswärts. Österreich hat auch keine schlechte Mannschaft, sie sind ungefähr auf dem Niveau von Ungarn oder Norwegen", so seine Einschätzung.

John Delaney, Generalsekretär des irischen Verbands, war dagegen "sehr zufrieden. Deutschland ist der Favorit, aber wir geben uns nicht geschlagen. Unser Ziel ist es, mit unseren Fans nach Brasilien zu kommen".

Die Qualifikation beginnt am 7. September 2012 und endet am 15. Oktober 2013. Die neun Gruppensieger qualifizieren sich fix für die zweite WM-Endrunde nach 1950 im Land des Rekordweltmeisters. Die acht besten Gruppenzweiten rittern in einem Playoff mit Hin- und Rückspielen am 15. bzw. 19. November 2013 um die restlichen vier der insgesamt 13 Europa-Tickets.

Proteste

Mehrere Protestbewegungen nutzten die Auslosung in Rio als Forum. Während die Lose gezogen wurden, demonstrierten rund 200 Personen vor dem Veranstaltungsort lautstark gegen Verschwendung von öffentlichen Geldern für das Turnier sowie für die Entmachtung des brasilianischen Verbands-Bosses Ricardo Teixeira.

Die nationale Fanfront (FNT), Mitorganisator des Protestmarsches, forderte auf Spruchbändern "Raus mit Ricardo Teixeira". Sie hält den Präsidenten des lokalen Organisationskomitees aufgrund immer wiederkehrender Korruptionsvorwürfe nicht für diesen Posten geeignet. "Die WM wird nicht für das Volk, sondern für die Elite sein", kritisierte zudem FNT-Präsident João Hermínio Marques. (APA/sid)

  • Wie die Färinger unsere Gruppe sehen.
    foto: screenshot/portal.fo

    Wie die Färinger unsere Gruppe sehen.

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    Gruppeneinteilung für die WM-Qualifikation zur Endrunde in Brasilien 2014.

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    Brasiliens aufstrebender Stürmerstar Neymar durfte auch die Kugerl aufmachen.

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