Europas erste Antenne ist auf dem Hochplateau eingetroffen

29. Juli 2011, 18:58
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Das Teleskop in Chile kann noch heuer den wissenschaftlichen Beobachtungsbetrieb aufnehmen

Die Ankunft der 16. Antenne des ALMA-Projektes auf dem Chajnantor-Plateau in Chile wurde von der Europäischen Südsternwarte ESO als "bedeutender Meilenstein" gefeiert. ALMA steht für "Atacama Large Millimeter/submillimeter Array" - das internationale Projekt, das von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit Chile durchgeführt wird, wird auf der eigenen Website als größtes, bestehendes astronomisches Projekt beworben. Das Verbundteleskop, bei dem schlussendlich 66 Antennen in genau definierter Weise verschaltet sein werden, dient der Erforschung des Universums.

Mit der nun eingetroffenen 16. Antenne - der ersten europäischen Antenne - können die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen aufgenommen werden. Die Antenne, die vom AEM-Konsortium in Auftrag der ESO gebaut wurde, befand sich zuerst an der Kontrollstation der Anlage auf 2.900 Metern Höhe am Fuße der chilenischen Anden. Dort wurde sie mit zusätzlicher Elektronik und hochempfindlichen Detektoren ausgestattet, die mit flüssigem Helium gekühlt werden. Nachdem die Antenne nun die 28 Kilometer lange Reise durch die trockene Wüste zur Antennenanlage in etwa 5.100 Metern Höhe absolviert hat, soll das ALMA-Observatorium noch heuer den wissenschaftlichen Beobachtungsbetrieb aufnehmen.

Großes Interesse

ESO-Angaben zufolge wird die dann verfügbare Anlage aus 16 Antennen bereits leistungsfähiger sein als alle anderen verfügbaren Teleskope in diesem Wellenlängenbereich. Die "große Nachfrage" der Astronomie sei zu diesem "frühen Zeitpunkt" schon gegeben: Die fast 1.000 Anträge auf Beobachtungszeit von Astronomen und Astronominnen aus aller Welt entsprechen etwa neunmal so viel Beobachtungszeit, wie voraussichtlich zur Verfügung stehen wird. 

Auf dem Chajnantor-Plateau ist es extrem trocken, was für Beobachtungen im Millimeter- und Submillimeterbereich entscheidend ist, werden die schwachen Signale aus dem Kosmos in einer allzu feuchten Atmosphäre doch schlicht absorbiert. Mit Hilfe des hochmodernen Verbundteleskops sollen kühles molekulares Gas und das letzte Echo des Urknalls beobachtet werden. Aus Europa werden insgesamt 25 der Antennen stammen. 2013 soll ALMA fertiggestellt sein. (red)


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  • Die erste europäische ALMA-Antenne ist auf dem Chajnantor-Plateau angekommen.
    foto: eso/s. rossi

    Die erste europäische ALMA-Antenne ist auf dem Chajnantor-Plateau angekommen.

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