Schnitt und aus: ATV zeigt finale Staffel von "Nip/Tuck"

20. Juli 2011, 17:18
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Sogar an schicken Schönheitschirurgen hinterlässt die Finanzkrise tiefe Wunden

Wien - Sogar an schicken Schönheitschirurgen hinterlässt die Finanzkrise tiefe Wunden: Der Warteraum ist leer, die Jacht versiegelt, die Ehe kaputt. Da hilft nur eins: Vaginalverjüngung!

Ob die Ärzte McNamara und Troy mit diesem Spezialangebot zu altem Ruhm gelangen, zeigt die Schlussstaffel von Nip/Tuck ab heute auf ATV um 23 Uhr. So glanzlos wie der Auftakt zu finalen Schnitzereien gestaltete sich 2010 das Ende der Serie auf FX: Waren zu Spitzenzeiten knapp sechs Millionen dabei, sahen nur 1,9 Millionen die letzte Staffel. Die Luft war draußen.

Das Ende von Nip/Tuck markiert gleichzeitig deutliche Erschöpfungsanzeichen für das Genre "Makeover": Noch bis vor kurzem wurde auf allen Sendern heftig verschönert - ob an Haus, Heim, Garten und Mensch. Die anhaltende Flut an Coaching- und Castingformaten schwappt die Verschönerung hinweg. Im soeben präsentierten Programm für 2012 lässt RTL lediglich Tine Wittler zum Einsatz in 4 Wänden. Lust auf Veränderung drückte sich durch die Makeover-Shows aus, argumentiert die US-Wissenschafterin Brenda R. Weber.

Das ist vorbei. Das Neue passt sich an, und damit das leichter geht, braucht es Ratgeber. Gecoacht wird nach wie vor an allen Ecken und Enden: Ob Kinder, Finanzen, Nachbarschaftsstreit, Mietrückstände - verbindliche Handlungsanleitungen sind gefragt wie nie.

Gut möglich, dass sich das schnell ändert: RTL2 bittet aktuell in Extrem schön wieder unters Messer. In Deutschland mit mehr als elf Prozent Marktanteil. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 21.7.2011)

  • Gefangen im Silikon: die Chirurgen aus "Nip/Tuck", ab Mittwoch, um 23 Uhr auf ATV.
    foto: fx

    Gefangen im Silikon: die Chirurgen aus "Nip/Tuck", ab Mittwoch, um 23 Uhr auf ATV.

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