Digitaler Ernährungs-Assistent für Senioren

20. Juli 2011, 14:37
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Der Assistent soll vor Übergewicht schützen und Mangelernährung im Alter vermeiden

Graz - Die richtige Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes und beschwerdefreies Leben im Alter: Die Gesundheitsstudiengänge der FH Joanneum entwickeln deshalb - gemeinsam mit externen Partnern - einen digitalen "diätischen Ernährungsassistenten", der ältere Menschen vor Übergewicht oder Mangelernährung schützen soll. Der Assistent soll das individuelle Ernährungs- und Bewegungsverhalten aufzeichnen, diätische Defizite entdecken und entsprechende Empfehlungen für eine optimierte Speisenzusammenstellung geben.

Der geplante Ernährungsassistent DIAFIT ("Diätetischer Ernährungs-Assistent mit multimodaler Schnittstellen-Funktionalität und Intelligentem Küchen-Terminal") soll als digitales System in der Küche installiert werden können. Touchscreen, Sprachausgabesystem, Kamera, digitale Waage und Multisensor-Armband sollen demgemäß künftig ebenso zum Kochen gehören wie heutzutage Kochlöffel und Schürze. Je nach der individuellen Ernährungssituation und dem Essverhalten der vergangenen Tage gibt das Assistenzsystem korrigierende bzw. ergänzende Empfehlungen - zum Beispiel, weniger Zucker zu verwenden oder statt Schokolade- lieber Topfenpalatschinken zu wählen.

"Alle Eingaben werden kontinuierlich mit den im System hinterlegten, individuellen diätologischen Ernährungsanforderungen abgeglichen und über eine Ernährungswertsoftware mit den in den vergangenen Tagen bereits konsumierten Speisen und Getränken gegengerechnet", schilderte Projektleiter Walter Scheitz vom Studiengang "Health Care Engineering" seine Vision. Er führt das Projekt gemeinsam mit den Studiengängen "Diätologie" und "Ergotherapie" sowie dem FH-Forschungsinstitut "ZML - Innovative Lernszenarien" durch. Als externe Partner sind Joanneum Research, CURE, dato Denkwerkzeuge, COOKINA sowie der Verein GEFAS am Projekt beteiligt.

Damit die künftigen Benützer das Assistenzsystem bestmöglich akzeptieren, werden Seniorinnen und Senioren in die Entwicklung und Evaluierung eingebunden. An der Pilotstudie wirken rund 20 ältere Menschen mit, die zum einen ihre Gewohnheiten und Wege beim Kochen protokollieren, und zum anderen den neuen Terminal in einer Testküche ausprobieren und evaluieren. DIAFIT wird im Rahmen der FFG-Programmlinie "benefit" mit rund 280.000 Euro bis 2013 gefördert. (APA)

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