Schutz vor dem Cyberwar

Kommentar19. Juli 2011, 18:41
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Ein neues Bedrohungsbild geht um

Mit konventionellen Angriffen auf das Bundesgebiet ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, längst hat sich das Bundesheer darauf eingestellt, dass es vor allem im Ausland eingesetzt wird. Allerdings: Dass in Mitteleuropa keine feindlichen Panzerarmeen zu erwarten sind, heißt nicht automatisch, dass Österreich sicher wäre.

Die neuen Bedrohungen können etwa von Schurkenstaaten am anderen Ende der Welt ausgehen, die schnell einmal ausprobieren wollen, ob man ein Land von der Größe Österreichs mit einer Cyberattacke lahmlegen kann. Man könnte das, meinen Experten des Abwehramts des Bundesheers. Der zuständige Minister Norbert Darabos hat die Botschaft vernommen und will im Bereich der IT-Sicherheit aufrüsten. Das ist durchaus sinnvoll, aber es reicht nicht aus. Nicht alles, was man an kritischer Infrastruktur durch Aufstellen von Wachposten sichern kann, kann man in vergleichbarer Weise gegen elektronische Angriffe sichern - einem Angriff auf die Netze der Energieversorger oder den Zahlungsverkehr der Banken müssen die potenziell Gefährdeten schon selber vorbeugen.

Der Staat kann allerdings helfen: Er kann Schwachstellen aufspüren und mahnen, Sicherheitslücken zu schließen. Mehr Aufklärung über das Bedrohungsbild ist ebenso notwendig wie ein koordiniertes Vorgehen der Behörden. Derzeit fühlen sich gleich mehrere Ministerien für IT-Sicherheit zuständig - aber keines wirklich verantwortlich.(Conrad Seidl, DER STANDARD Printausgabe 20. Juli 2011)

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