Millionen Menschen auch in Kenia von Dürre betroffen

19. Juli 2011, 12:01
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Norden und Osten des Landes betroffen - Grundnahrungsmittel doppelt so teuer wie vor einem Jahr

Die Dürrekatastrophe am Horn von Afrika, die bisher rund eine halbe Million Somalier in die Flucht getrieben hat, betrifft auch eine großen Teil des Nachbarlandes Kenia mit seinen rund 40 Millionen Einwohnern. Im Norden und Osten des Landes inklusive der Küstenregion ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln kritisch. Bis zu dreieinhalb Millionen Menschen sind sind von der Dürre direkt betroffen. Darauf machte die Hilfsorganisation Amref (African Medical and Research Foundation) - die größte NGO auf dem Gesundheitssektor in Ostafrika - aufmerksam.

In einigen Regionen im Nordosten Kenias leidet ein Drittel der Menschen unter akuter Mangelernährung. Ausgefallene Ernten ließen die Preise laut Amref für das Hauptnahrungsmittel Mais binnen einen Jahres auf das Doppelte steigen. Auch Kartoffel seien mittlerweile doppelt so teuer wie vor zwölf Monaten. Austrocknete Weidegründe haben Völker im Norden Kenias, die traditionell von Viehzucht leben, ebenfalls in die Flucht getrieben. Die Dürre hat in der ohnehin wüstenartigen Region den Kampf um Wasser, der immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Ethnien führt, verschärft.

Für Schule bleibt in den von Trockenheit betroffenen Regionen wenig Zeit: Mädchen, zu deren traditionellen Pflichten das Wasserholen gehört, müssen noch weitere Strecken zum nächsten Wasserloch zurücklegen und haben keine Möglichkeit mehr, den Unterricht zu besuchen. Buben sind mit dem Vieh unterwegs - auf der Suche nach Wasser und Weidegründen.

Amref bittet um Spenden für kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Dazu gehört das Anlegen von Wasserlöchern und Sammelanlagen für Regenwasser, die Errichtung von Latrinen, die Versorgung mit Medikamenten. Die Installation eines 10.000-Liter-Wassertanks kostet umgerechnet 660 Euro. Die nächste - "kleine" Regenzeit soll im Herbst kommen, der "große" Regen wird für März bis Mai kommenden Jahres erwartet. (APA)

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