Stichwahl über Präsidentenamt

18. Juli 2011, 18:37
1 Posting

Pinto da Costa verfehlte im ersten Wahlgang absolute Mehrheit

Sao Tome - Im westafrikanischen Zwei-Insel-Staat Sao Tomé und Príncipe fällt am Sonntag in einer Stichwahl die Entscheidung über den künftigen Präsidenten. Allgemein wird ein Sieg von Ex-Präsident Manuel Pinto da Costa erwartet. Der 75-jährige Unabhängigkeitsheld stand bereits von 1975 bis 1990 an der Spitze des Landes. Im ersten Wahlgang erhielt er die meisten Stimmen, verfehlte aber die absolute Mehrheit.

Auf Pinto da Costa entfielen im ersten Wahlgang vor drei Wochen 35,85 Prozent, auf den zweitplatzierten Kandidaten, den 70-jährigen Parlamentsvorsitzenden und früheren Premier Evaristo de Carvalho, 21,82 Prozent der Stimmen.

Pinto da Costa, der in der DDR studiert hatte, regierte einst mit der kommunistischen Einheitspartei MLSTP. 1996 verlor er nach Einführung eines Mehrparteiensystems die Wahl gegen seinen Widersacher Miguel Trovoada, 2001 gegen den bisherigen Amtsinhaber Fradique Melo de Menezes, der von Trovoada unterstützt wurde. Evaristo de Carvalho ist ein langjähriger politischer Widersacher von Pinto da Costa. Er amtierte unter Trovoada und Melo de Menezes als Premier.

92.000 der 200.000 Einwohner des Inselstaates sind wahlberechtigt. 29.000 waren dem ersten Wahlgang ferngeblieben. Seit einem Putsch im Jahr 2003 hat sich die politische Lage in der früheren portugiesischen Kolonie schrittweise stabilisiert. Sao Tome und Principe liegt im Golf von Guinea und war bisher vor allem von Einnahmen aus Kakao-Exporten abhängig. Nach der Entdeckung von Erdölvorkommen vor seinen Küsten in den vergangenen Jahren hat der verarmte Staat, der flächenmäßig etwa doppelt so groß ist wie Wien und 80 Prozent seines Budgets mit ausländischer Entwicklungshilfe bestreitet, stark an Bedeutung gewonnen. Die Regierung versucht auch, den Tourismus auf den Trauminseln anzukurbeln.

Kap Verde war ein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Österreich hat nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) seine Entwicklungshilfe drastisch zurückgeschraubt. Das spüren vor allem die afrikanischen Empfängerstaaten. Eines der von den Kürzungen betroffenen Ländern ist Kap Verde. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.