IBM will Lotus Symphony zu OpenOffice.org beitragen

15. Juli 2011, 11:21
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Code der eigenen Bürosuite soll im Apache-Projekt offengelegt werden - Eigenes User Interface als größter Vorteil

Im vergangenen Jahr ist rund um die freie Office-Suite OpenOffice.org kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Nachdem sich im Herbst 2010 praktisch die gesamte Community in Richtung der neu geschaffenen Abspaltung LibreOffice verabschiedet hatte, verkündete Hersteller Oracle dann vor wenigen Monaten den großen Bruch: OpenOffice.org solle künftig unter dem Dach der Apache Foundation in ein "echtes" Community-Projekt verwandelt und weiterentwickelt werden.

Offene Fragen

Die entsprechende Ankündigung ließ aber zumindest ebenso viele Fragen offen wie sie beantwortete: So ist bis jetzt unklar ob und in welchem Ausmaß Oracle überhaupt noch Entwicklungs-Ressourcen in das Projekt stecken will. Da die weitere Community bislang auch keinerlei Anstalten machte, sich in Richtung OpenOffice.org (zurück) zu bewegen, mutmaßten manche recht schnell, dass es sich bei dem neuen Apache-Projekt um eine Totgeburt handeln könnte.

Support

Nun bekommt Oracle allerdings Unterstützung von prominenter Seite: Mit IBM verspricht ein Schwergewicht der Branche sich künftig aktiver an der Entwicklung der freien Office-Suite zu beteiligen. So soll als erster Schritt der Code der OpenOffice.org-basierten Bürosuite Lotus Symphony ebenfalls in das Apache-Projekt integriert werden. Konkrete Details wann und wie das vorgenommen wird - und wie man etwa die Zusammenführung in jenen Bereichen, wo es erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Programmen gibt, gestaltet - liefert man derzeit allerdings noch nicht.

Vorteil

Als zentralen Vorteil von Symphony streicht IBM das eigene User interface heraus, zudem habe man zahlreiche Performance-Optimierungen vorgenommen und unterstütze VBA-Makros. Auch im Bereich der Barrierefreiheit hat IBM einiges an Entwicklungszeit investiert.

ODF Toolkit

Parallel dazu will IBM auch gleich das eigene ODF Toolkit bei der Apache Foundation unterbringen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Java-Bibliotheken, die verschieden Möglichkeiten zur Manipulation von ODF-Dokument ermöglicht. ODF (Open Document Format) ist das Default-Dateiformat von OpenOffice.org. (apo, derStandard.at, 15.07.11)

  • Der Code der Lotus Symphony Suite soll zum OpenOffice.org-Projekt bei Apache beigetragen werden.
    grafik: ibm

    Der Code der Lotus Symphony Suite soll zum OpenOffice.org-Projekt bei Apache beigetragen werden.

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