Wien an der Spitze der Rheumaforschung

13. Juli 2011, 09:56
3 Postings

Im Ranking des "Laborjournal" ist der Rheumatologe Josef Smolen von der MedUni Wien meistzitierter Wissenschafter

Wien - Hohe Ehre für die europäische und die österreichische Rheumatologie: Sowohl bei den meistzitierten wissenschaftlichen Arbeiten als auch bei den meistzitierten "Köpfen" dahinter lässt Europa die sonst in der Medizin oft führenden USA hinter sich. In Europa wiederum ist Wien "das" Zentrum. Dies geht aus einer Aufstellung von "Laborjournal online" hervor.

Das Journal analysierte die besten wissenschaftlichen Publikationen deutschsprachiger Rheumatologen aus den Jahren 2005 bis 2008. Die ziemlich eindeutigen Aussagen: Bei den meistzitierten Arbeiten liegt schon an zweiter Stelle eine Arbeit, die an der MedUni Wien - Universitätsklinik für Innere Medizin III , klinische Abteilung für Rheumatologie - entstand. Es ging dabei im Jahr 2007 um das "Dickkopf-1"-Gen als Regulator für Gelenksveränderungen.

Ranking

Auch auf Platz vier, fünf und sechs dieser Studienreihung finden sich der Vorstand der klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien Josef Smolen beziehungsweise Wiener Wissenschafter als Autoren und Co-Autoren. Bei den Zitierungen der Arbeiten durch andere Wissenschafter auf diesem Gebiet ist Smolen für den Zeitraum an der Spitze der deutschsprachigen Rheumatologie. Doch auch dort finden sich an weiteren vorderen Rängen Wiener Rheuma-Forscher.

So sind unter den "Top 50" auch Klaus Machold, Daniel Aletaha, Tanja Stamm - als unter den Wissenschafterinnen am zweithäufigsten mit ihren Arbeiten zitierte Forscherin - und Günter Steiner. Smolen: "Hinzu kommt, dass zwei der am prominentesten nunmehr in Deutschland publizierenden Wissenschafter ebenfalls ursprünglich aus Wien kommen."

Konkurrenz

Man muss das aber auch in einem größeren Rahmen sehen, bei dem die besten Zentren weltweit - in Wien vor allem die Universitätsklinik der MedUni sowie die rheumatologische Abteilung am Krankenhaus Hietzing - unter einander konkurrieren. Hier zeigt sich ein deutlicher Überhang Europas gegenüber den USA. In Sachen Rheumtologie wurden zwischen 1997 und 2008 in Europa 44.129 Studien dieses Fachgebietes publiziert, in den USA waren es fast exakt die Hälfte. In Europa steht hier England an der Spitze, dann folgen die Niederlande und Deutschland. Österreich befindet sich auf dem zehnten Platz, hat aber allein mehr als zehn Prozent der Studien mit einer sehr hohen Bewertung in Sachen Qualität beigetragen.

Smolen: "Es scheint so, als wäre die bei uns gepflegte Verbindung zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung optimal." Das ist eine Spezialität Europas und besonders eine der Wiener Medizinischen Schule. In dem Europa-Vergleich lag Smolen nach dem Briten Paul Emery (London) und dem Holländer Ferdinand Breedveld (Leiden) bei den Zitierungen als Autor übrigens an dritter Stelle. In Europa leiden zwischen 0,5 und ein Prozent der Bevölkerung an chronischer Polyarthritis (Gelenksrheuma). Gerade hier hat es durch die Forschungen in den vergangenen Jahren erhebliche Veränderungen in den Chancen auf Milderung beziehungsweise Stopp der Erkrankung gegeben. (APA)

  • In Europa leiden zwischen 0,5 und ein Prozent der Bevölkerung an 
chronischer Polyarthritis (Gelenksrheuma).
    foto: derstandard.at/schersch

    In Europa leiden zwischen 0,5 und ein Prozent der Bevölkerung an chronischer Polyarthritis (Gelenksrheuma).

Share if you care.