Dritte Piste laut Gutachten umweltverträglich

8. Juli 2011, 11:41
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Schwechat - Ein Bauvorhaben am Flughafen Wien in Schwechat ist nun einen kleinen Schritt vorangekommen. Laut dem im Juni fertiggestellten Gutachten gilt die geplante dritte Piste als umweltverträglich, bestätigte Gottfried Krassa, Leiter der NÖ Umweltbehörde, der APA einen Bericht der Tageszeitung "Presse" vom Freitag. Zahlreiche Auflagen und Projektänderungen sind dafür aber Bedingung.

Bis 25. August liegt das Gutachten in den Anrainergemeinden und in der Umweltbehörde nun zur Einsicht auf. Von 29. August bis mindestens 7. September findet dann die mündliche Verhandlung darüber statt. "Wenn alles 'normal problemlos' verläuft, kann es zu Jahresbeginn 2012 einen Bescheid geben", schätzte Krassa vorsichtig. Egal wie dieser aussehe, werde das Verfahren aber mit Sicherheit in die nächste Instanz gehen. Je nach Grund für den Einspruch werde sich eine rechtskräftige Entscheidung - erfahrungsgemäß - daher noch um weitere drei bis 18 Monate verzögern, erklärte er.

Insgesamt waren 36 amtliche und private Sachverständige auch aus dem Ausland im Rahmen dieses Großprojekts für die NÖ Umweltbehörde tätig. Auch wenn deren Gutachten nun positiv ausfällt, sei noch nicht abzusehen, ob dies auch der endgültige Bescheid sein werde, betonte der Behördenleiter. Über die Forderungen, Änderungen und Auflagen der Experten müsse man schließlich erst diskutieren.

"Wir schätzen, dass es einen Bescheid erster Instanz mit Jahreswechsel geben könnte", hoffte auch Flughafen-Sprecher Peter Kleemann. Die tatsächlichen Kosten für die dritte Piste ließen sich aber genauso wie der Baubeginn und in Folge Zeitpunkt der Fertigstellung erst abschätzen, wenn ein rechtskräftiger Bescheid vorhanden und die nötigen Auflagen für Abfallchemie, Abwasserentsorgung, Luftgüte und Brandschutz genauso wie Deponietechnik, Flugsicherung und Naturschutz bekannt seien.

Wann der Airport dann tatsächlich mit dem Bau der Piste beginnen würde, steht noch in den Sternen. Selbst wenn es einen positiven Bescheid gibt, wolle man nämlich zuerst noch einmal die aktuelle Verkehrssituation und -entwicklung evaluieren, um einen günstigen Zeitpunkt für die Errichtung zu wählen, kündigte Kleemann an. Allerdings: "Dass wir die dritte Piste brauchen, ist für uns klar". (APA)

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