Schönheit liegt im orbitofrontalen Kortex des Betrachters

8. Juli 2011, 11:58
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Als schön wahrgenommene Reize aktivieren Lust- und Belohnungszentrum des Gehirns

San Francisco - Der ihm zugeschriebene Spruch, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, stammt zwar nicht von David Hume. Der berühmte schottische Philosoph, der heuer vor 300 Jahren in Edinburgh geboren wurde, formulierte die gleiche Aussage nämlich etwas anders - und nach neuesten Ergebnissen der Hirnforschung sogar noch um einiges treffender: "Die Schönheit der Dinge existiert im Geist dessen, der sie anschaut."

Den neurowissenschaftlichen Beweis dieser These, nach der die Schönheit also nicht in den Dingen selbst liegt, sondern von der wahrnehmenden Person selbst "konstruiert" wird, haben nun Semir Zeki (Wellcome Labor für Neurobiologie in London) und sein Kollege Tomohiro Ishizu angetreten. Sie ließen für ihre Untersuchung im Fachblatt PLoS ONE 21 Freiwillige verschiedener ethnischer und kultureller Herkunft Musik hören oder Bilder betrachten, die sie zuvor als hässlich oder als schön beurteilt hatten - und sahen sich ihre Hirnaktivitäten an.

Während sich bei der als unschön empfundenen Kunst oder Musik keine Reaktion zeigte, aktivierten die als schön wahrgenommenen den mittleren orbitofrontalen Kortex, eine Region, die als Lust- und Belohnungszentrum des Gehirns bekannt ist. Außerdem regte sich auch etwas im Nucleus caudatusim Zentrum des Hirns, in dem Schönheit mit Liebe verschaltet werden dürfte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 08.07.2011)

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