Parlament muss bald nach den Wahlen umsiedeln

3. Juli 2011, 17:31
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Sitzungen könnten dann in der derzeitigen WU stattfinden

Wien - Dass die Wirtschaftsuniversität kurze Zeit nach den Nationalratswahlen 2013 temporärer Ort der österreichischen Volksvertretung wird, ist immer wahrscheinlicher. "Weder bestätige ich das, noch dementiere ich", sagte Alexis Wintoniak, der stellvertretende Parlamentsdirektor, in der Vorwoche bei einer Veranstaltung mit dem Titel "Vision Community" im Wiener Sofitel. Es gebe zwar noch "fünf bis sieben Objekte", die ebenfalls infrage kämen, aber vieles spreche eben für die WU.

Bekanntlich ist der neue Campus der WU bereits im Bau. 2013 beginnt die Übersiedelung von den alten in die neuen Gebäude - dann könnte nach Adaptierungsarbeiten der 1982 bezogene und für den Studienbetrieb von Anfang an zu eng ausgelegte Universitätsbau im 9. Bezirk Ausweichadresse des Parlaments werden.

Wie viele Bauten der Gründerzeit hat auch das architektonische Konzept des Parlamentsbaues am Dr.-Karl-Renner-Ring 130 Jahre gut bewältigt - obwohl Theophil Hansen damals ein nahezu autarkes Gebäude entwarf.

Der Parlamentarismus als Rückgrat der Demokratie schien (begreiflich angesichts späterer Ereignisse) so wenig gefestigt, dass man ihm wie einem Kreuzfahrtschiff eine Struktur zum Überleben auf stürmischer See verpasste. Dazu gehörten ein eigenes Kraftwerk, Küchen mit Depots, Werkstätten, Räume für Schneider, Schuster, Frisöre. Natürlich auch eine Ambulanz.

Daraus und aus derzeit nicht genutzten Räumen unter dem (allerdings teilweise sehr reparaturbedürftigen) Dachstuhl gewinnt man nun für die Zukunft rund 8000 Quadratmeter.

Architekten-Wettbewerb

Und damit nicht wenig neue Architektur in einem alten Ambiente. Eine Problematik mit der die Veranstalter der Diskussion, Quickborner Team und Tecno Office Consult, Entwicklungsexperten für Arbeits- und Architekturwelten, vertraut sind. Sie begleiten die "Umrüstung" des Parlaments. Die Frage von Architekten im Publikum, ob daraus nicht ein europaweit auszuschreibender Wettbewerb folge, beantwortete Wintoniak kurz: "Auch das ist nicht entschieden." Martin Sardelic, bei Raiffeisen für die Realisierung des Uniqa-Towers verantwortlich gewesen, sprach sich klar und deutlich für einen solchen Wettbewerb aus. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.7.2011)

  • Raumreserven unter dem - teilweise stark vermorschten - Dachstuhl: Hier könnte künftig der Budgetsaal einen neuen Platz finden.
    foto: palamentsdirketion/ranz

    Raumreserven unter dem - teilweise stark vermorschten - Dachstuhl: Hier könnte künftig der Budgetsaal einen neuen Platz finden.

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