Jeanshersteller: "Gute" und "Böse" im Test

28. Juni 2011, 17:10
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Von 13 Unternehmen waren sieben zu keiner Kooperation bereit, H&M, Zara und Jack & Jones sind vergleichsweise engagiert

Die Fertigungsbedingungen bei der Jeansherstellung hat der Verein für Konsumenteninformation in Kooperation mit acht weiteren europäischen Verbraucherorganisationen unter die Lupe genommen. Der Fokus lag bei der Fertigung der Hosen - Zuschneiden, Nähen, Endbearbeitung und Auslieferung, vorgelagerte Stufen wie Baumwollanbau und Stoffproduktion wurden nicht berücksichtigt.

Getestet wurden insgesamt 13 Jeansmarken, bzw. Handelsketten mit eigenen Jeanslinien. Sieben Hersteller (Diesel, Lee, Wrangler, Hugo Boss, Kuyichi, KiK, 7 for all mankind) zeigten keine Reaktion oder lehnten eine Kooperation ab, sechs Unternehmen (H&M, Zara, Jack & Jones, Levi's, Nudie Jeans, G Star Raw) waren bereit, die umfangreichen Fragebögen zu beantworten und erlaubten den Besuch von Produktionsstätten.

Generell gibt es laut VKI große Mängel bei der Produktion, die Nassverarbeitung (Schleifen, Sprühen, Sandstrahlverfahren, Kunstharz- oder Laserbehandlung) birgt ein hohes Gesundheitsrisiko. In den Fabriken gäbe es zu wenige Gesundheitschecks, es fehle an effizienten Abgas- und Ventilationsanlagen.

Verbesserungsbedarf

Von den getesteten Unternehmen findet sich die beste Unternehmenspolitik bei H&M, im Bereich Sozialpolitik folgen Zara und Levi's. In Umweltangelegenheiten ist es Jack &  Jones und danach folgt wieder Levi's.

Generell wird großer Verbesserungsbedarf gesehen, auch bei jenen Unternehmen, die sich kooperativ zeigten, gäbe es Mängel wie schlecht bezahlte Überstunden oder schlechte Überwachung der Produktionsbedigungen. Die Ergebnisse des Tests im Detail sind in der Juli-Ausgabe des Magazins Konsument zu lesen. 

Teilerfolg für Clean Clothes

Beim Thema Sandstrahltechnik, die in vielen Produktionsbetrieben zu massiven gesundheitlichen Risiken der Arbeiter führen kann, kann die Organisation Clean Clothes auf einen Erfolg ihrer Kampagne verweisen: Seit 8. April, dem Weltgesundheitstag, waren tausende Protestmails an Unternehmen geschickt worden, die die Sandstrahltechnik weiterhin einsetzen. Die Ketten New Yorker und Orsay gaben vor wenigen Tagen bekannt, dass sie in Zukunft auf diese Bearbeitungsmethode verzichten wollen. Mittels Sandstrahltechnik wird Jeans ein gebrauchtes Aussehen verliehen. Der dabei verwendete quarzhaltige Sand kann bei mangelnder Schutzkleidung in die Lungen der Arbeiter gelangen, was zur unheilbaren Krankheit Silikose führt. (red, derStandard.at, 28.6.2011)

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    "Gute" und "Böse": Bei den Jeansherstellern gibt es große Unterschiede, Verbesserungsbedarf sieht der VKI aber bei allen.

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