Goldener Löwe für Schlingensief-Pavillon

4. Juni 2011, 13:19
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Deutsche Staatsministerin: "Sein Werk wird noch lange prägend sein" - 89 Länder wetteiferten um den Preis für den besten Pavillon

Der deutsche Pavillon und damit auch der gestorbene Künstler Christoph Schlingensief haben bei der 54. Kunstbiennale von Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Wie italienische Medien berichteten, wurde der Preis für den besten nationalen Beitrag am Samstag bei der offiziellen Eröffnung der Kunstbiennale verliehen. Christoph Schlingensief war mit der Gestaltung des Pavillons beauftragt worden, starb aber im August 2010 an Krebs. Die Kuratorin Susanne Gaensheimer übernahm danach die Aufgabe, Schlingensiefs Projekte in dem Pavillon zu präsentieren.

"Die Kunstbiennale Venedig würdigt mit der Verleihung des Goldenen Löwen an den deutschen Pavillon das Werk des Ausnahmekünstlers Christoph Schlingensief, dessen Verlust wir schmerzhaft spüren und dessen Werk noch lange prägend sein wird", gratulierte die deutsche Staatsministerin Cornelia Pieper dem Team des Pavillons.

Keine leichte Aufgabe

Die Verwirklichung des deutschen Pavillons war am Ende nicht leicht. Die Kuratorin Susanne Gaensheimer hatte die schwierige Aufgabe, seine Projekte zu präsentieren, doch "einen 'Plan B' für den Fall seines Todes hatte ich nicht", gestand sie vergangene Woche. Ihre Entscheidung, Christoph Schlingensief einzuladen, habe vielmehr auf der Überzeugung beruht, "dass er für diesen Ort zu diesem Zeitpunkt der richtige Künstler ist".

Im Hauptraum des Pavillons arrangierte Gaensheimer gemeinsam mit der Witwe Aino Laberenz-Schlingensief die Bühne der "Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" - eine Rauminstallation, die Schlingensief für die Ruhrtriennale 2008 entworfen hat, und die sich mit dem Thema "Leben wollen, aber Sterben müssen" auseinandersetzt. Ein Kino wurde im rechten Seitenraum eingerichtet. Sechs Filme aus verschiedenen Schaffensperioden des bekannten Theater-, Opern- und Filmregisseurs laufen dort. Der linke Seitenflügel hingegen dokumentiert Schlingensiefs Pläne für ein Operndorf in Afrika, das auch nach seinem Tod - mit Schule, Kantine, Krankenstation und Festspielgebäude - in Burkina Faso entsteht.

"ILLUMInazione - ILLUMInations"

Die alle zwei Jahre stattfindende Kunstschau in Venedig steht in diesem Jahr unter der künstlerischen Leitung der Schweizer Kunsthistorikerin Bice Curiger. Für 83 Künstler, die in den Hallen des "Arsenale" um den Goldenen Löwen streiten, gab Curiger das Motto "ILLUMInazione - ILLUMInations" aus. Gemeint ist damit auch Erleuchtung, Aufklärung, Intuition. Außerdem kommunizieren künstlerisch mit- und nebeneinander wie immer die sogenannten "Pavillons" von Ländern aus aller Welt.

Insgesamt stritten in diesem Jahr 89 Länder um den Preis für den besten Pavillon, mehr als je zuvor. Der österreichische Pavillon wird mit einer labyrinthischen Arbeit von Markus Schinwald bespielt. Die Kunstbiennale geht noch bis zum 27. November. (APA)

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    Der deutsche Pavillon.

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