Kachelmann-Prozess: Die wichtigsten Etappen des Falles

31. Mai 2011, 10:19
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Streit mit langjähriger Freundin als Auslöser: Anzeige gegen Wettermoderator wegen Vergewaltigung

15 Monate nach seiner Verhaftung und neun Monate nach Prozessbeginn ist der Wettermoderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung frei gesprochen worden. Hier die wichtigsten Etappen der Affäre Kachelmann:

8./9. Februar 2010: Vor seiner Abreise zu den Olympischen Spielen in Vancouver, wo Kachelmann für das Fernsehen berichtet, kommt es zum Streit mit seiner langjährigen Freundin, einer süddeutschen Radio-Moderatorin, die ihn daraufhin wegen Vergewaltigung anzeigt.

20. März 2010: Kachelmann wird bei seiner Rückkehr am Frankfurter Flughafen festgenommen und in die Justizvollzugsanstalt Mannheim gebracht. Er weist die Vergewaltigungsvorwürfe zurück.

17. Mai 2010: Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage gegen Kachelmann wegen des Verdachts der schweren Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung. Er soll seiner ehemaligen Geliebten ein Messer an den Hals gehalten und sie vergewaltigt haben.

29. Juli 2010: Nach 132 Tagen wird Kachelmann aus der Untersuchungshaft entlassen.

6. September 2010: Vor dem Landgericht Mannheim beginnt der Prozess gegen Kachelmann. Dieser kündigt an zu schweigen.

18.-27. Oktober 2010: Die Strafkammer verhört insgesamt 20 Stunden lang das angebliche Vergewaltigungsopfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

20. Dezember 2010: Ein Sachverständiger kann an dem angeblichen Tatmesser, das Kachelmann seinem Opfer an den Hals gehalten haben soll, keine eindeutigen DNA-Spuren feststellen. Der Prozess wird für einen Monat unterbrochen.

21. Jänner 2011: Kachelmann moderiert wieder Wettersendungen bei Privatradios.

1. bis 9. Feb. 2011: Rechtsmediziner bestätigen, dass am fraglichen Messer keine DNA-Spuren des Opfers zu finden sind. Es sei möglich, dass sich das mutmaßliche Opfer die Wunde selbst beigebracht habe.

15. Feb. 2011: Die Staatsanwaltschaft Zürich befragt unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine angebliche Ex-Freundin des Beschuldigten als Zeugin. Laut Berichten von "Fokus" und "Bild am Sonntag" berichtet sie von Übergriffen Kachelmanns. Der Verteidiger bezweifelt, dass die Staatsanwaltschaft die Angaben konkret wiedergegeben hat.

9. März 2011: Kachelmann heiratet eine Studentin aus Leipzig.

2. bis 10. Mai 2011: Verschiedene Sachverständige kommen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des angeblichen Vergewaltigungs-Opfers zu keinen klaren Ergebnissen. Laut einem Psychologen liegen bei Kachelmann keine psychischen Erkrankungen vor.

18./24. Mai 2011: Die Staatsanwaltschaft fordert für Kachelmann eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten wegen besonders schwerer Vergewaltigung. Die Verteidigung sieht keine Beweise gegen Kachelmann und fordert Freispruch.

31. Mai 2011: Das Landgericht Mannheim spricht Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung frei. Die Indizien reichten nicht für eine Verurteilung aus. (APA)

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