Studie über Hirntraumata in Asterix-Comics

17. Juni 2011, 17:33
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Köln - Auch deutsche Ärzte scheinen einen Sinn für Humor zu haben. Neurochirurgen um Marcel Kamp von der Uni Düsseldorf haben im Fachmagazin "Acta Neurochirurgica" (Bd. 153, S. 1351) erstmals systematisch alle 704 Schädelhirntraumata in 34 Asterix-Bänden aus über 50 Jahren systematisch untersucht. Dabei fanden sie unter anderem heraus, dass die Opfer zu 64 Prozent Römer waren - und dass trotz der schwere der Verletzungen keine bleibenden neurologischen Schäden oder gar Todesfälle auftraten.

Abstract
Acta Neurochirurgica: "Traumatic brain injuries in illustrated literature: experience from a series of over 700 head injuries in the Asterix comic books"

Fett-Enzym lässt Krebskranke abmagern

Washington/Graz - Krebspatienten erleiden im Laufe ihrer Erkrankung oftmals einen rapiden Gewichtsverlust, der die Heilungschancen reduziert. Grazer Forschern gelang im Fachblatt "Science" der Nachweis, dass diese Abmagerung mit der Aktivität fettspaltender Enzyme in Zusammenhang steht. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 18./19. 6. 2011)


Forscher entschlüsseln Erbgut des Ehec-Erregers

Berlin - Bei der Suche nach den Ursachen für die aggressive Ehec-Epidemie scheinen Forscher einen großen Fortschritt gemacht zu haben. Forscher der Uni Göttingen entschlüsselten das Erbgut des Erregers, der die Durchfallerkrankung verursacht. Der gefährliche Keim habe die Fähigkeit, ein sehr wirksames Gift zu produzieren, zugleich könne er sich vor Antibiotika schützen, wie Mikrobiologen herausfanden. Die Analyse des Bluts von zwei betroffenen Patienten deute darauf hin, dass ein mit als EAEC (Entero-Aggregativer Escherichia Coli) bezeichneter Keim die Krankheiten verursache. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 10.06.2011)


Bei Zebrafinken ist untreues Verhalten erblich

Seewiesen/Washington - Eigentlich leben die Zebrafinken ziemlich monogam. Gelegentlich lassen sich aber sowohl die Männchen wie auch die Weibchen zu One-Night-Stands (bzw. -Flights) hinreißen. Nun haben deutsche Forscher das Paarungsverhalten von über 1500 Zebrafinken systematisch untersucht und dabei eine überraschende Entdeckung gemacht: Fremdgeherinnen scheinen das Verhalten von ihren Vätern zu erben, wie die Biologen um Wolfgang Forstmeier im Fachblatt PNAS berichten. 

Olivenöl kann womöglich Schlaganfällen vorbeugen

St. Paul - Eine neue Studie legt nahe, dass der regelmäßige Genuss von Olivenöl bei Personen über 65 das Risiko für Hirnschläge reduzieren dürfte. Für die im Fachblatt "Neurology" veröffentlichte Untersuchung wurden 7625 Franzosen, die zumindest 65 Jahre alt waren, nach ihrem Olivenölkonsum befragt. Nach etwas über fünf Jahren gab es unter den Befragten 148 Schlaganfälle, die sich ungleich verteilten: Die Olivenölkonsumenten hatten ein um 41 Prozent geringeres Hirnschlagrisiko als jene Personen, die nie Olivenöl verwendeten. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 16. 6. 2011)


Hoffnung auf "neue Grundkraft" zerschlagen

Anfang April war die Euphorie unter vielen, gemeinhin eher zurückhaltenden Teilchenphysikern groß: Daten aus dem Fermilab bei Chicago deuteten auf ein völlig unerwartetes Phänomen hin - ein unbekanntes Teilchen oder gar eine neue Naturkraft. Doch nun haben Kollegen aus einer anderen Forschergruppe am Fermilab nachgerechnet - und konnten die gefundenen Daten nicht bestätigen. (tasch)

Schon lange vor Asterix tranken Franzosen Bier

Französische Forscher von der Abteilung für Bioarchäologie und Ökologie des nationalen französischen Forschungsinstituts CNRS fanden Hinweise, die das Herstellen von Bier in Südfrankreich auf bis ins fünfte Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurückdatieren. Bei Ihren Untersuchungen an der Ausgrabungsstätte Roquepertuse fanden sie die Überreste von Gerstenkörnern mit Keimansatz sowie die Überreste von Geräten und anderen Funden, die auf eine kontrollierte Mälzung des Getreides hinweisen, wie die Forscher im Fachblatt Human Ecology (online) berichten. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 15.06.2011)


Meteorit weist auf uralte Bausteine des Lebens hin

Washington - Der älteste bekannte Meteorit - der 2000 in Kanada eingeschlagene Tagish Lake - legt nach detaillierten Analysen nahe, dass die Bausteine des Lebens relativ kurz nach der Geburt des Sonnensystems entstanden sind. Wie die Forscher um Christopher Herd in der Zeitschrift "Science" schreiben, zeige die Zusammensetzung des Meteoriten, was vor 4,6 Milliarden Jahren innerhalb des Asteroiden abgelaufen ist: Organische Verbindungen reagierten zu einfachen Karbonsäuren und Aminosäuren - den Grundbausteinen des Lebens. 

Die gute und die schlechte Seite der Mikrokredite

Washington - Mikrokredite, für die Muhammad Yunus 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, scheinen nach einer neuen Studie in "Science" den Kreditnehmern wirtschaftlich nur wenig zu helfen. Es gibt aber günstige Nebeneffekte, wie die Forscher herausfanden: Die Kleinkredite verbesserten nämlich das Risikomanagement und wirkten als Puffer bei Einkommensschwankungen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 11. - 13. 6. 2011)


Nikotin als Vorbild für Schlankmacherpille

Washington - US-Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, mit dem Nikotin den Appetit zügelt: Es dockt zumindest bei Mäusen an entsprechenden Nervenzellen im Gehirn an, wie US-Forscher in Science berichten. Die Erkenntnisse könnten zu neuen Präparaten für Menschen führen, die abnehmen möchten. (tasch)

Investitionen in Vorschule macht sich für alle bezahlt

Washington - Es gibt kaum eine bessere Investition als die in Bildung, bestätigt eine neue Studie aus den USA. Forscher verfolgten die Lebensläufe von mehr als 1500 Kindern, die um 1980 geboren wurden. Jene, die nach dem Kindergarten auch noch eine staatliche Vorschule besuchten, erreichten im Vergleich zu den Nur-Kindergarten-Kindern unter anderem ein höheres Einkommen und gerieten seltener mit dem Gesetz in Konflikt, berichten die Forscher im Fachblatt Science. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 10.06.2011)


Vormenschen-Fund bringt Problem für "Out of Africa"

Washington - In den letzten Jahren ging die Wissenschaft davon aus, dass der Homo erectus, unser Ururahn, von Afrika aus die halbe Welt eroberte - so wie wir Menschen einige Zeit später. Im Fachblatt PNAS werden nun Funde von 1,78 bis 1,85 Millionen Jahre alten Steinwerkzeugresten aus Dmanisi (Georgien) präsentiert, die diese Theorie infrage stellen. Sie sind nämlich älter als man bisher für denkbar hielt. Die Forscher spekulieren nun, ob Homo erectus womöglich irgendwo in Eurasien entstanden sein könnte. (tasch)

Taillenumfang verrät Krankheitsrisiko besser

San Francisco - Hat der Body Mass Index (BMI) als Hinweis auf Krankheitsrisiken ausgedient? Forscher haben im Fachblatt PLoS ONE nach einer Langzeitstudie an 220.000 US-Amerikanern nämlich festgestellt, dass der Taillenumfang besser verrät, ob jemand unter Lungenkrebs, Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen zu leiden haben wird als der BMI. Ein Taillenumfang ab 96 cm bei Frauen und ab 118 cm bei Männern erhöht das Risiko um bis zu 70 Prozent. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 09.06.2011)


Fortschritte bei Krebsbehandlungen

Chicago - Ein durch eine antihormonelle Therapie beim Mammakarzinom gestiegenes Körpergewicht verringert nicht die Überlebenschancen der Patientinnen. Krebsforscher der Med-Uni Wien präsentierten ihre Forschung auf dem US-Onkologenkongress und widerlegten damit eine bisher gängige Hypothese.

Kollegen von der Uni-Klinik für Innere Medizin konnten außerdem nachweisen, dass moderne Therapiekombinationen auch Patienten mit ehemals kaum therapierbaren Gehirntumoren helfen. Langzeitüberlebende mit diesen Tumoren, so eine weitere Studie, haben zwar kognitive Beeinträchtigungen und physische Probleme, können aber zumindest das tägliche Leben meistern.

Farbe zeigt Temperatur von Wunden an 

Sydney - Einen "schlauen" Verband, der nach dem Stand der Verletzung seine Farbe ändert und so eine bessere Wundversorgung ermöglichen soll, haben Forscher in Australien entwickelt. Je nach Temperatur der Wunde wechselt die Farbe von Rot zu Blau, so die Materialwissenschafter. Wärme (=Rot) deutet auf Entzündungen hin, die nicht immer offensichtlich sind. Die anzeigenden Flüssigkristalle sollen in Verbände für chronische Wunden eingebaut werden. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. Juni 2011)


Neue Entsalzungstechnik für Wasser

Stathclyde - Nano-Röhrchen können vielleicht das Wasserproblem der Zukunft lösen. Bisherige Entsalzungstechniken werden um ein Vielfaches effektiver, wenn man hauchdünne Membranen der Dicke eines Kohlenstoffatoms verwendet, die zu Zylindern gerollt wurden. Das sagt der Thermodynamik-Professor Jason Reese von der Universität Strathclyde in der Zeitschrift "Physics World". (DER STANDARD, Printausgabe, 4./5. 6. 2011)


Pinguine kuscheln, damit sie nicht frieren

San Francisco / Wien - Im antarktischen Winter braucht man bei Minus 50 Grad und eisigen Winden von mehr als 180 Kilometern in der Stunde schon eine besondere Methode, um sich warm zu halten. Pinguinen gelingt es mit einer besonderen Art des "Kuschelns", sie bewegen sich eng aneinandergerückt im Rotationsprinzip mit zwölf Zentimetern in der Minute. Das ergab eine Forschungsarbeit des Physikers Daniel Zitterbart von der Universität in Erlangen, die nun im Journal PLoS ONE veröffentlicht wurde. (pi/DER STANDARD, Printausgabe, 03.06.2011)


Hörschnecken-Prothesen lindern Tinnitus

Im Kampf gegen quälende Ohrgeräusche bei einseitiger Taubheit setzen Mediziner auf den Einsatz sogenannter Hörschneckenprothesen. Sie werden direkt in der Schnecke des Innenohrs platziert. Vor kurzem testeten Chirurgen diese erfolgreich an einigen Tinnitus-Patienten. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 01.06.2011)


Nur ganz ohne Rauch ist wirklich sicher 

Wien - "Nichtraucherzimmer sind Mitraucherzimmer", sagte Umweltmediziner Manfred Neuberger am Montag. Er und andere Experten der Kommission für Reinhaltung der Luft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kritisierten die Rauchergesetzgebung in Lokalen. "Solange in Lokalen geraucht werden darf, sollte man Familien mit Kleinkindern darauf hinweisen, dass nur reine Nichtraucherlokale sicher sind", sagte Marianne Popp, Obfrau der Kommission. Besonders bedenklich sind die ultrafeinen Stäube in geschlossenen Räumen. Tabakrauch produziere große Anteile der extrem kleinen Partikel, und diese dringen laut den Experten auch in Nichtraucherabteile vor. (APA, red)

Schlaganfall-Forschung will bessere Dotierung 

Lissabon - Die Schlaganfall-Forschung schafft es nur unzureichend, ihre neuen Erkenntnisse in Therapieprogramme einfließen zu lassen. Denn die Erkundung der Krankheit ist finanziell deutlich schlechter bemittelt als etwa Krebs, Aids oder Alzheimer, obwohl die sozioökonomische Last der jährlich eine Million Schlaganfälle in Europa ähnlich hoch ist. Das kritisieren Experten anlässlich der Jahrestagung der Europäischen Neurologen-Gesellschaft ENS in Lissabon. (pte, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. Mai 2011)

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