Krebsrate auch bei geringer Radioaktivität deutlich erhöht

23. Mai 2011, 15:52
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Auch AKW-Ruine Fukushima und deren Auswirkungen sollen untersucht werden

Wien - Radioaktivität lässt die Krebsrate auch bei geringen Dosen deutlich in die Höhe schnellen. Wie das wissenschaftliche Komitee zu den Effekten atomarer Strahlung (UNSCEAR) am Montag bei einer Pressekonferenz berichtete, seien die Auswirkungen auch auf andere Krankheiten (Herz-Kreislauf, Augen) signifikant. UNSCEAR will nun auch die AKW-Ruine im japanischen Fukushima sowie deren Effekte auf die Bevölkerung untersuchen. Ein erster Zwischenbericht soll im kommenden Jahr vorliegen.

"Wir wollten den Bericht eigentlich schon vor einiger Zeit präsentieren, doch Fukushima ist uns dazwischengekommen", sagte UNSCEAR-Chef Wolfgang Weiss. Das statistische Material reicht bis zu den großen Atom-Katastrophen von Three-Mile-Island bzw. Tschernobyl zurück. Gemessen wird in Milligray (mgy), der Energieabsorption im Körper. 2,4 mgy pro Jahr wäre laut Weiss weltweit der Durchschnitt, ab dem 50-fachen dieses Wertes steige die Krebsrate signifikant an.

Neue Dimension

Mit Fukushima habe die Auswertung der Daten eine neue Dimension erreicht. "Wir haben sehr viel Material, das jedoch nicht immer die selbe Qualität hat. Man darf nicht vergessen: Fukushima hat nach wie vor den Status 'Unfall'. Die aktuelle Situation in den Reaktoren ist ja alles andere als stabil. Und das Datensammeln ist sehr schwierig, weil ja viel Radioaktivität in den Ozean gelangt ist", so Weiss.

Für die Menschen im und um das Katastrophengebiet bedeuten die UNSCEAR-Auswertungen jedenfalls nichts Gutes. Denn erhöhte Radioaktivität schlägt sich auch auf die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen nieder. Weiss: "Und es gibt zunehmend Hinweise, dass Augenkrankheiten bei bedeutend niedrigeren Werten auftreten als bisher angenommen." Ein Endbericht zu Fukushima ist für 2013 geplant. (APA)

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