Ein einziger Intrigantenstadl

22. Mai 2011, 18:30
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Inzwischen ist die Liste HPM explodiert und der Parteichef vollkommen diskreditiert

Hans-Peter Martin brachte via Aussendung ein seltsames Argument vor, um neue Missbrauchsvorwürfe durch einen früheren Mitstreiter zu kontern. Der wolle doch nur, dass er zurücktrete, "damit er mein Mandat übernehmen kann". Da ist was dran, wenngleich der Saubermann zu schwerwiegenden Verdachtsmomenten von Steuergeldmissbrauch wenig Erhellendes beiträgt.

Robert Sabitzer, der völlig unbekannt war, als er 2009 bei den EU-Wahlen kandidierte, ist in der Liste HPM diesbezüglich schon einmal auffällig geworden: im Juli 2009 und noch in trauter Eintracht mit Hans-Peter Martin.

Gemeinsam mit Martin Ehrenhauser versuchten die beiden damals, die Listenzweite Angelika Werthmann zum Mandatsverzicht zu drängen, damit Sabitzer zum Zug kommt. Viel Druck, böse - sogar existenzielle - Drohungen seien damals im Spiel gewesen, bestätigte sie, als sie die Martin-Partei nach einem Jahr mit Entsetzen verließ.

Hintergrund: Martin, der Listenerste, wollte seinen Assistenten Ehrenhauser von Platz vier auf ein EU-Mandat hieven. Das ging bei insgesamt drei gewonnenen Mandaten aber nur, wenn vorn jemand verzichtet. Da Werthmann sich weigerte, machte Sabitzer Platz - und wurde umgehend als neuer EU-Assistent angestellt - vom Neoabgeordneten Ehrenhauser, auf Parlamentskosten. Inzwischen ist die Liste HPM explodiert, der Parteichef vollkommen diskreditiert im selbst kreierten Intrigantenstadl. (Thomas Mayer, STANDARD-Printausgabe, 23.5.2011)

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