"Ich kann die Wahl nicht verlieren"

17. Mai 2011, 17:24
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Amtsinhaber Blatter nach Unterstützung aus Afrika siegessicher, Schweizer will Frauenquote

Zürich - Den Korruptionsvorwürfen gegen hochrangige Mitglieder des Fußballweltverbandes Fifa bei den WM-Vergaben zum Trotz scheint die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten Joseph S. Blatter so gut wie sicher. Am 1. Juni verteidigt der 75-jährige Schweizer sein Amt gegen seinen 62-jährigen Herausforderer Mohamed Bin Hammam, den Präsidenten des asiatischen Verbandes AFC aus Katar, wo die WM-Endrunde 2022 spielt. Blatter, der seit 1998 regiert, strebt seine vierte und letzte Amtszeit an der Spitze der Fifa an.

Zuletzt verlautete der afrikanische Verband auf seiner Website, dass seine 53 Mitglieder in einer geheimen Sitzung mehrheitlich dafür votiert haben, Blatter ihre Stimme zu geben. Bereits zuvor hatte sich der europäische Verband Uefa für Blatter ausgesprochen (ebenfalls 53 Stimmen.) Der kann auch mit zehn Stimmen aus Südamerika (Conmebol) und elf aus Ozeanien (OFC) rechnen. Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (Concacaf, 35 Stimmen) wähnen die Kundigen ebenso auf Seiten des Schweizers, während die AFC (46) wohl mehrheitlich für Bin Hammam sein dürfte. Insgesamt sind 208 nationale Verbände stimmberechtigt.

"Ich kann die Wahl nicht verlieren", sagte Blatter in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur dpa. In diesem schwärmte er auch von der Frauen-WM im kommenden Sommer in Deutschland: "Ich sehe gerne Frauenfußball, wenn er gespielt wird mit den Qualitäten einer Frau. Wenn das Tänzerische und nicht das kämpferische Element überwiegt."

Und auf die Frage, ob man mehr Frauen in der Fifa brauche, antwortete der Walliser: "Aber sicher. Die Konföderationen wählen ja die Mitglieder des Exekutiv-Komitees. Bislang ist das ein Macho-Gebilde mit 24 Mitgliedern. Wir könnten auf 25 erhöhen und eine Frau zwingend dazu nehmen. Wir sollten eine Frauenquote fördern."

Mit Blick auf die aktuellen Korruptionsvorwürfe gegen FIFA-Offizielle im Rahmen der WM-Vergaben für 2018 und 2022 kündigte Blatter für den Fall seiner Wiederwahl an: "Die Zero-Toleranz wird angewendet." Dazu müssten die bereits existierenden Rechtsorgane verstärkt werden. Die FIFA müsse "die Instrumente, die wir bereits besitzen, effizienter einsetzen und ausbauen. Die Ethikkommission muss einen anderen Stellenwert erhalten", erklärte Blatter.  (bez)

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    Josef Blatter, Emanzipator.

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