Konsumenten können über "dreiste Werbelügen" abstimmen

16. Mai 2011, 11:36
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Foodwatch vergibt erneut Negativpreis "Goldener Windbeutel"

Es ist nicht alles Gold, was in der Werbung glänzt. Konsumenten können seit Montag darüber abstimmen, welcher Lebensmittelhersteller in diesem Jahr denFoodwatch vergibt erneut Negativpreis "Goldener Windbeutel" - Es ist nicht alles Gold, was in der Werbung glänzt bekommt. Erhalten soll den Negativpreis jenes Produkt, das nach Verbraucheransicht "die dreisteste Werbelüge des Jahres" verbreitet, wie die deutsche Verbraucherschutzorganisation Foodwatch in Berlin erklärte.

Eine von Foodwatch eingesetzte Jury wählte dafür bereits fünf Kandidaten aus, darunter Mini-Würstl für Kinder und als gesund angepriesene Bonbons. Konsumenten können bis zum 16. Juni auf der Internet-Seite abgespeist.de ihre Stimme abgeben.

"Angesichts der alltäglichen Irreführung durch die Lebensmittelindustrie haben die Verbraucher allen Grund, sauer zu sein", erklärte Anne Markwardt, Leiterin der Foodwatch-Kampagne. Jede Stimme beim "Goldenen Windbeutel" zeige den Herstellern, dass die Menschen mit ihren Werbepraktiken nicht einverstanden seien. Die Organisation wendet sich mit der Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt sie auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht halten, was sie versprechen.

Die Nominierungen

Nominiert für den Negativpreis ist unter anderem Joghurt der Marke Activia, der nach Meinung der Verbraucherorganisation "weder eine Wunderwaffe gegen Verdauungsbeschwerden noch ein Garant für perfektes Darmwohlbefinden" ist. Nach Aussage von Danone gilt es hingegen als "wissenschaftlich belegt, dass Activia bei täglichem Konsum dazu beitragen kann, eine träge Verdauung zu regulieren und ein aufgeblähtes Gefühl zu reduzieren". Von einem Suggerieren größerer Effekte von Activia, wie es Foodwatch dem Konzern vorwerfe, könne keine Rede sein.

Ein weiterer Kandidat für den "Goldenen Windbeutel" sind die Nimm2-Bonbons des Herstellers Storck, dem Foodwatch irreführende Werbung mit Vitaminzusätzen vorwirft. Der Hersteller werbe mit "wertvollen Vitaminen", die in der Regel völlig überflüssig seien. Kindern werde dadurch suggeriert, dass sie ihren Vitaminbedarf auch mit Süßigkeiten statt mit Obst und Gemüse decken können, kritisiert Foodwatch. Storck betont hingegen, dass Verbraucher das Bonbon seit Jahren "gerade wegen des Vitaminzusatzes" schätzten, der einen "zusätzlichen Nutzen" bringe.

An der ebenfalls nominierten "Milch-Schnitte" von Ferrero kritisiert Foodwatch, dass der Hersteller das Produkt mit Spitzensportlern als Werbepartner als leichte Zwischenmahlzeit anpreist. Tatsächlich bestehe "Milch-Schnitte" jedoch zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker. Nach Angaben von Ferrero widerspricht der Konsum einer Milch-Schnitte als Zwischenmahlzeit prinzipiell nicht einem "ausgewogenen, sportlichen Lebensstil". Mit Sportlern als Werbepartner werde zum Ausdruck gebracht, "dass Ernährung und Bewegung zusammen gehören". Schließlich kommen die Mini-Würstl - offenbar extra gesalzen und Gurkerln aus angeblich "handwerkliches Produkt" in der Konserve - samt Farbstoffen. (APA)

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