Kairo verhandelt mit Schweiz über Mubarak-Gelder

11. Mai 2011, 15:19
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"Informationen müssen ausgetauscht werden"

Kairo - Die Schweiz ist bereit, Ägypten bei der Rückführung von Geldern des ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak und seiner Getreuen zu helfen, sofern deren illegale Herkunft erwiesen ist. Eine Delegation von Beamten der Schweizer Regierung beendete am Mittwoch einen zweitägigen Besuch in Kairo, um die Voraussetzungen für Rückführungen von auf Schweizer Konten liegenden Geldern zu erörtern, erklärte der Schweizer Botschafter in Kairo, Dominik Furgler, in der ägyptischen Hauptstadt.

"Es ist nicht einfach, es braucht Zeit, und Informationen müssen ausgetauscht werden", fügte der Diplomat hinzu. Die Schweiz hatte bereits am 11. Februar, dem Tag des nach Massenprotesten erzwungenen Rücktritts von Mubarak, per Regierungsverordnung die Konten des Ex-Präsidenten und 13 weiterer Personen aus seinem Umfeld gesperrt.

Die Maßnahme betraf Vermögenswerte in Höhe von 410 Millionen Franken (323,8 Millionen Euro). Betroffen sind davon neben Mubarak seine Ehefrau Suzanne, seine Söhne Gamal und Alaa, ein Schwager sowie mehrere Minister und Politiker der ehemaligen Regimepartei NDP.

Mubarak (83) steht derzeit in einem Krankenhaus in Sharm el-Scheikh (Sinai) unter Arrest. Gamal und Alaa Mubarak befinden sich in Kairo in Untersuchungshaft, gegen ihre Mutter laufen Ermittlungen auf freiem Fuß.

Bisher wurden zwei Ex-Regierungsmitglieder, der ehemalige Innenminister Habib al-Adli und der ehemalige Tourismusminister Suhair Garana, wegen Bestechung und Veruntreuung zu Gefängnisstrafen in Höhe von zwölf beziehungsweise fünf Jahren verurteilt. Beide Sprüche sind allerdings noch nicht rechtskräftig. (APA)

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