Telekom Austria verkauft TV-Show-Tochter

3. Mai 2011, 17:38
posten

Wien - Die Telekom Austria (TA) macht nun Ernst mit ihrem Ansinnen, aus dem Geschäft mit Call-in-TV-Shows auszusteigen. 2007 hat sie unter TA-Chef Rudolf Fischer die Wiener Mass Response Service GmbH gekauft - und diese ist im Geschäft mit Sprachdialogsystemen aktiv, hat aber auch Call-in-Shows produziert. Konsumentenschützer nennen diese Sendungen, bei denen die Zuschauer zum kostspieligen Anrufen animiert werden, Abzock-Shows.

Im Frühling hat die TA den Chef der Mass Response abgelöst, der Verlust 2009 betrug drei Mio. Euro. 2010 wurden alle Assets abgeschrieben, der Verlustvortrag beträgt rund 18 Mio. Euro. Nun verhandelt die TA über den Verkauf an die Kölner Digame Mobile. Sie organisiert die Mehrwertdienstleistungen für RTL, betreut etwa die Zuschauerabstimmungen für Deutschland sucht den Superstar oder die Televotings für den Eurovision Song Contest.

Und: Digame, eine Tochter der niederländischen Twister Media Group (TMG), sitzt auf einem sehr langen Ast: Sie ist die größte Kundin der Mass Response. Und sie könnte ihre Verträge mit dem Wiener Unternehmen in den kommenden Wochen lösen. Das will sie dem Vernehmen nach auch tun, wenn es mit dem Zuschlag für Mass Response nicht klappen sollte.

Die Telekom Austria will all das nicht kommentieren. (Renate Graber, DER STANDARD; Printausgabe, 4.5.2011)

Share if you care.