ORF öffnet der Wissenschaft sein Fernseharchiv

3. Mai 2011, 15:39
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Außenstelle des Fernseharchivs am Institut für Zeitgeschichte der Uni Wien eröffnet

Wien - Der ORF öffnet sein Fernseharchiv der Wissenschaft. An der neuen Archiv-Außenstelle am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien können künftig Studenten und Forscher auf alle seit 1955 archivierten TV-Sendungen zugreifen. Das sind mehr als 500.000 Programmstunden und mehr als 5,5 Millionen Dokumente, wie am Dienstag bei der Vertragsunterzeichnung zwischen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Uni-Wien-Rektor Georg Winckler betont wurde.

Durch die Datenbank kann mit Hilfe der Suchmaschine "mARCo" navigiert werden. Sie ermöglicht die Recherche in den Sendungsinhalten und bietet auch direkten Zugriff auf die vernetzten, digitalen Videobestände des ORF.

Fundus für unterschiedliche Disziplinen

Wrabetz bezeichnete die Kooperation als "weiteren wichtigen Schritt zur Öffnung der Schatzkammer ORF-Archiv als elektronisches Gedächtnis des Landes". Dies sei nur als gebührenfinanzierte Anstalt möglich gewesen. Winckler betonte, dass das Material nicht nur aus zeithistorischer Sicht interessant, sondern ebenso ein Fundus für andere Disziplinen wie die Kommunikations- oder die Politikwissenschaften sei.

Der Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte, Oliver Rathkolb, will das Fernseharchiv auch in der Lehre einsetzen und kündigte etwa ein Seminar zur Fernsehgeschichte an. Zudem gebe es bereits konkrete Projekte, von denen auch der ORF profitieren könnte, etwa die Digitalisierung von im ORF nicht mehr vorhandenem Material aus anderen Quellen. Der Chef des Fernseharchivs, Herbert Hayduck, betonte, dass Archive nicht nur "Bewahranstalten" sein dürften, sondern einfachen und schnellen Zugriff ermöglichen müssten. (APA)

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