"Die effizientere Mannschaft hat gewonnen"

30. April 2011, 21:12
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  • RAPID - SALZBURG

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Das ist natürlich schade. Der Mannschaft muss ich ein Kompliment aussprechen. Es war ein sehr gutes Spiel, das sie abgeliefert hat. In der ersten Hälfte war die Partie ausgeglichen, in der zweiten waren wir besser in Tritt. Dann waren da zwei Unachtsamkeiten. Wir hätten uns einen Punkt verdient. Für mich war es ein absolutes Spitzenspiel. Dass die glücklichere Mannschaft heute gewonnen hat, akzeptiere ich. Unser erklärtes Ziel ist der internationale Startplatz. Das wollen wir unbedingt erreichen. Es war ein kleiner Rückschlag heute, aber die Chancen stehen immer noch sehr gut. Zur Schiedsrichter-Leistung soll sich jeder sein eigenes Bild machen."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Da wäre alles drinnen gewesen. Es war ein schnelles, ein gutes Spiel. In der zweiten Halbzeit bis zum Gegentor waren wir sehr überlegen. Wir haben es einfach nicht geschafft, ein Tor zu machen. Es war ein Spiel von zwei Mannschaften, die normalerweise ganz vorne stehen sollten. Da geht es zur Sache. Meine gelbe Karte (Anm.: wegen einer angeblichen Schwalbe) ist lächerlich, jetzt bin ich nächste Woche gesperrt. Manche Dinge werden von Schiedsrichtern anders gesehen, ganz speziell von manchen. Schade, dass die Meisterschaft für uns jetzt gelaufen ist. Das ist sie für uns auf jeden Fall."

Ricardo Moniz (Trainer Salzburg): "Die effizientere Mannschaft hat gewonnen. Rapid hat dominiert, aber es geht doch um Effizienz. Heute war unsere letzte Chance und ich bin stolz, dass wir uns unter Druck wehren konnten und auch wie Offenbacher gespielt hat. Die Spieler haben nach der Kritik nach dem letzten Match reagiert, wir haben doppelt trainiert, schön, dass sich das ausgezahlt hat. Die Liga ist sehr ausgeglichen, es ist unberechenbar, wir müssen von Spiel zu Spiel schauen."

  • STURM GRAZ - SV MATTERSBURG

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Wichtig ist, dass wir 4:0 gewonnen haben. Ich bin aber dennoch nicht ganz zufrieden. Wir haben dem Gegner in der ersten Hälfte zu viel Raum gelassen, nicht gegen den Ball gearbeitet. Auch dass wir die zwei großen Möglichkeiten zu Beginn ausgelassen haben, hat mir nicht gefallen. Wir haben zu langsam umgeschaltet, das haben wir in der Pause besprochen und dann in der zweiten Hälfte besser gemacht und deshalb in dieser Höhe auch verdient gewonnen. Es ist sehr, sehr schade, dass der Schiedsrichter das wunderschöne Tor von Mario Haas nicht gegeben hat, denn das wäre das Tor des Jahres geworden."

Mario Haas (Sturm-Angreifer): "Ich rechne das heutige Spiel für meine persönliche Bilanz mit einem Tor und einem Assist. Der Schiedsrichter war zu weit weg, und der Assistent war zu langsam, er ist aber nachher zu mir gekommen und hat sich entschuldigt."

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Man kann gegen einen Titelaspiranten verlieren, aber nicht so. Es ist heute kaum was gelungen. Man muss in Graz anders agieren, einige meiner Spieler haben nie ins Spiel gefunden. Das kann passieren. Das einzig Positive, wir haben noch acht Punkte Vorsprung auf den LASK. Sturm ist in dieser Form der Titeltopkandidat." 

  • WIENER NEUSTADT - AUSTRIA WIEN

Peter Schöttel (Wiener-Neustadt-Trainer): "Die Mannschaft hat heute bewiesen, was sie drauf hat. Natürlich war der Spielverlauf auch auf unserer Seite, wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Die Jungen in der Innenverteidigung haben eine bärenstarke Partie abgeliefert. Ich glaube nicht, dass ich viel anders gemacht habe als vor zwei Wochen gegen Ried, und da waren wir ganz schlecht. Vielleicht war es gut, dass ich alle habe spielen lassen, die mit der Austria kokettieren. Für uns ist das ein Riesenerfolg, auch wenn wir wissen, dass wir in der einen oder anderen Phase Glück gehabt haben."

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir haben in der ersten Hälfte so gut wie schon länger nicht gespielt. Aber seit dem Kapfenberg-Spiel machen wir sehr viele Abspielfehler, da kann keine Mannschaft erfolgreich spielen. Man kann den Spielern nicht vorwerfen, dass sie nicht gekämpft haben, aber die Eigenfehler ruinieren unser Spiel. Wir waren heute nicht verunsichert, aber wenn in der Vorwärtsbewegung ein Fehler passiert, der einen Total-Konter ermöglicht, wird es schwierig.

Denken kann man noch immer an den Titel, aber wir sollten jetzt aber einmal versuchen, wieder zu gewinnen. Im Moment spielt sehr viel gegen uns. Vom Kopf her waren wir stark, wir haben im Großen und Ganzen Selbstvertrauen gezeigt. Durch die Fehler machen wir uns das Leben aber so schwer, dass aller Wille ins Leere geht. Wir sind zum Titel-Favoriten gemacht worden, nachdem wir im Frühjahr eine Serie hingelegt hatten, das war mir persönlich nicht so recht. Ich glaube noch immer, dass wir einen Europacup-Platz erreichen können, das war vor Saisonbeginn auch unser Ziel. Der zweite Treffer war kurios, da waren beim Anstoß schon zwei Wiener Neustädter weit in unserer Hälfte."

Thomas Parits (Austria-Sportvorstand): "Die Enttäuschung ist riesig. Wir haben vier Tore bekommen, die nicht notwendig waren. Wir hatten unsere Chancen, haben diese aber nicht genutzt und dann den Gegner stark gemacht. Das Formtief ist nicht zu übersehen. Der dritte Platz muss das Minimalziel sein. Der Titel ist weg. Daxbacher steht natürlich nicht zur Diskussion. Ich verstehe die Fans, sie sind enttäuscht so wie wir alle."

  • LASK Linz - SV Ried

Walter Schachner (LASK-Trainer): "Der Umbau hat bei mir im Kopf schon begonnen, weil ich zwei Pläne im Kopf haben muss. Wir wollen uns einfach noch gut verkaufen, so dass keiner etwas Schlechtes über den LASK sagen kann." Zu den Plänen von Präsident Peter-Michael Reichel, den Verein eventuell als Amateurclub neu aufzustellen: "Ich werde heute, morgen oder übermorgen mit Präsident Reichel reden. Damit ich weiß, wie es weitergeht. Amateurfußball habe ich vor 10 Jahren gemacht, ich will im Profifußball bleiben."

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Es war nicht das beste, aber das spannendste Derby dieser Saison. Die Bemühungen, aus wenigen Chancen das nötige Tor zu erzielen, haben keine Früchte getragen, sie hatten einen überragenden Mandl."

  • WACKER INNBSRUCK - KAPFENBERGER SV

Walter Kogler (Wacker-Innsbruck-Trainer): "Wir wollten heute gewinnen, aber wir haben zu wenig getan, dass man sich dann auch sicher fühlen hätte können, um den Sieg über die Zeit zu bringen. In den letzten 15 Minuten haben wir irgendwie um das Tor gebettelt. Nach der Pause hat die Mannschaft den Faden verloren, sie war zu wenig frisch und konsequent. Der Ausgleich war kein Riesenpech, weil wir zu wenig getan haben."

Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): "Es hat lange nicht nach einem Punkt ausgeschaut. Wir haben mit Herz und Seele gespielt. Für uns ist dieser Punkt sicher eine Motivation für das Cup-Semifinale. Man hat gesehen, dass das Zusammenspiel geklappt hat. Wie wir uns zurückgekämpft haben, hat gezeigt, was für ein eingeschworener Haufen wir sind."

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