Freiwillige helfen bei Aufräumarbeiten

29. April 2011, 14:23
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Dalai Lama betete für Opfer – Roboter sollen Messungen vornehmen

Tokio - Mit dem Einsatz zusätzlicher Roboter in dem havarierten Atommeiler Fukushima soll die Nuklearkatastrophe weiter unter Kontrolle gebracht werden. Dabei handle es sich um drei Roboter zweier verschiedener Hersteller, berichtete die Zeitung "Nikkei" am Freitag. Der Einsatz der Roboter soll Anfang kommenden Monats beginnen. Damit solle die Strahlenbelastung der Arbeiter in dem von Erdbeben und Tsunami zerstörten Kernkraftwerk Fukushima Eins gesenkt werden.

Der Atombetreiber Tepco kündigte laut der Nachrichtenagentur Jiji Press an, die Menge des Kühlwassers für den Reaktor 1 auf sechs Tonnen zu reduzieren. Am Donnerstag waren noch zehn Tonnen in den Container gepumpt worden. Damit solle eine mögliche Wasserstoff-Explosion verhindert werden. Tepco geht davon aus, dass die Brennstäbe wie geplant innerhalb von drei Monaten komplett mit Wasser bedeckt sein werden.

Japans Außenminister Takeaki Matsumoto sollte am Freitag in Washington eintreffen, um dort unter anderem mit seiner Amtskollegin Hillary Clinton Gespräche zu führen. In Berlin wird er am Samstag zu einer Atomkraft-Konferenz unter Leitung von Außenminister Guido Westerwelle erwartet. Der Dalai Lama, spirituelles Oberhaupt der Tibeter, betete am Freitag in Tokio gemeinsam mit Gläubigen für die Opfer des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März. Der 75-Jährige sprach den Japanern Mut zu, 3.000 Menschen nahmen an der Zeremonie teil.

Freiwillige reisen im Urlaub nach Nordosten

Indessen sind am Freitag am ersten Tag einer landesweiten Urlaubswoche tausende Japaner in den Nordosten des Landes gereist, um nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Nach Schätzungen der Tageszeitung "Yomiuri Shimbun" könnten jeden Tag fast 8.000 Freiwillige ihre Hilfe anbieten, etwa dreimal so viele wie an normalen Tagen in den vergangenen Wochen.

Die Hilfe ist in den betroffenen Gebieten einerseits willkommen. Andererseits stellt die große Zahl der Freiwilligen die örtlichen Behörden vor große logistische Herausforderungen. Die Regierung forderte alle Freiwilligen auf, sich organisierten Hilfsprogrammen anzuschließen und nicht auf eigene Faust in die Katastrophenregion zu fahren. Sonst drohe ein Verkehrschaos, das die Arbeit der Einsatzkräfte behindern könnte.

"Bedarf ändert sich ständig"

In den Unglücksorten wissen die Verantwortlichen zudem oft nicht, welche Aufgabe sie den Freiwilligen geben könnten. "Unser Bedarf ändert sich ständig", sagte ein Verantwortlicher der Ortschaft Rikuzentakata in der Präfektur Iwate der Zeitung "Tokyo Shimbun". "Wir hoffen, dass sich die Freiwilligen im Voraus informieren."

Mehrere Gemeinden erklärten zudem, nicht nur während der Goldene Woche genannten Urlaubsstrecke Anfang Mai Hilfe zu benötigen. Vielmehr werde langfristig Unterstützung gebraucht. "Die Bedarf an Freiwilligen wird nach der Goldene Woche bleiben und sogar zunehmen", erklärte die besonders betroffene Präfektur Miyagi.

Seit dem schweren Erdbeben der Stärke 9,0 und der folgenden Tsunamiwelle vom 11. März gelten 26.000 Menschen als tot oder vermisst. Die Einsatzkräfte und Bewohner der Region müssen nun Millionen Tonnen Trümmer wegräumen und die in großen Teilen zerstörte Infrastruktur wieder aufbauen. (APA)

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