VBI fliegt nach Moskau, Rumänien nicht

28. April 2011, 17:29
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Der etwas schleppende Verkauf der Volksbank International an die Sberbank gefährdet die Rückzahlungspläne der ÖVAG fürs Staatskapital

Wien - Der Verkauf der Volksbank International (VBI) wird nun doch nicht, wie geplant, in Bausch und Bogen erfolgen. Die russische Sberbank dürfte die VBI zwar übernehmen - aber der endgültige Verkauf der angeschlagenen rumänischen VBI-Tochter wird auf ungefähr drei Jahre aufgeschoben.

Für die Bukarester Bank, die mit 160 Mio. Euro an Wertberichtigungen und 36 Mio. Euro Verlust zu kämpfen hat, soll für diesen Zeitraum eine Put/Call-Option abgeschlossen werden. Danach könnte der Deal dann mit den Russen über die Bühne gehen, sofern alle Bedingungen erfüllt sind.

Auf diese Weise ersparen sich die Sberbanker hohe Euro-Refinanzierungen; wie berichtet hat ja 51-Prozent-Aktionärin Volksbanken AG (ÖVAG) allein an die vier Mrd. Euro in der Bukarester Bank stecken. Die russische Riesensparkasse, die mehrheitlich der Notenbank gehört und weiter privatisiert werden soll, muss nun also nicht sofort um teures Geld Euros aufstellen.

Rumänisches Sorgenkind

Der Nachteil für die ÖVAG: Sie bleibt zunächst auf dem rumänischen Sorgenkind mitsamt seinen Risiken sitzen. Zwar ist die Bank eigenkapitalmäßig nicht schlecht aufgestellt (die Mutter VBI hat ihr zudem 100 Mio. Euro Risiko abgenommen), trotzdem täte sich die ÖVAG ohne sie viel leichter.

Der weitere Terminplan der ÖVAG kommt durch die auf Zeit spielende Sberbank jedenfalls ins Wanken. Eigentlich wollen die Volksbanker heuer zwei Partizipationskapitaltranchen à 300 Mio. Euro an den Staat zurück zahlen (insgesamt hat die ÖVAG eine Mrd. bekommen). Die erste, die heuer fällig ist, steht. Die stemmen die kleinen Volksbanken, die interimistisch 50 Mio. Euro vom Gemeinschaftsfonds des Sektors vorgestreckt bekommen.

Die zweite Tranche sollte aus dem VBI-Verkaufserlös (etwas über Buchwert von 1,25 Mrd. Euro) kommen. Dass sie tatsächlich fließt, ist nun aber ungewiss. Laut Bankern klappt das nämlich nur, wenn der VBI-Deal bis spätestens September in trockenen Tüchern (Signing) ist. Und: Zuvor müssen Politik und Aufsicht dem heiklen Deal zustimmen.(Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.4.2011)

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    Der Chef der Volksbanken AG, Gerald Wenzel, wird das Bukarester Sorgenkind mit den gestutzten Flügeln erst 2014 los.

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