Spritzmittel mit Zunahme von Geburtsfehlern in Zusammenhang gebracht

28. April 2011, 15:39
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Wissenschafter: "Roundup" kann zu Missbildungen bei Embryonen führen

Wien - Vor gefährlichen Auswirkungen bei der Anpflanzung von Gentech-Soja hat am Donnerstag der argentinische Wissenschafter Andrés Carrasco bei einer Pressekonferenz in Wien gewarnt: Bei einer Untersuchung habe sich herausgestellt, dass das Spritzmittel "Roundup" von Monsanto, das in Argentinien auf den mit dem Gentech-Soja "Roundup Ready" bepflanzten Äckern eingesetzt wird, bereits in geringen Mengen zu Missbildungen bei Embryonen von Hühnern und Fröschen geführt hat. Ein Zusammenhang mit der wachsenden Zahl von Gesundheitsschäden in den wichtigsten Anbaugebieten ist Carrasco zufolge daher naheliegend.

Der Wirkstoff Glyphosat

Carrasco, der Leiter des Labors für Molekulare Embryologie an der Medizinischen Universität Buenos Aires, hat gemeinsam mit Kollegen aus Großbritannien, Brasilien, den USA und Argentinien nachgewiesen, dass besonders der Hauptwirkstoff Glyphosat bei "Roundup" problematisch ist. Bereits bei einer Konzentrationen, die weit unter den beim Versprühen in der Landwirtschaft üblichen Mengen liegt, wurden bei den tierischen Embryonen Missbildungen beobachtet. Ob auch menschliche Embryonen davon betroffen sind, ist Carrasco zwar naheliegend, konnte aber bei dem Versuch nicht untersucht werden. "Wir verwenden keine menschlichen Embryonen im Labor", meinte der Wissenschafter.

Die Studie war ins Leben gerufen worden, weil Forscher über die hohe Zahl von Geburtsfehlern in landwirtschaftlichen Gebieten alarmiert waren, in denen Gentech-Soja angebaut worden ist. "Die von uns im Labor festgestellten Ergebnisse passen exakt zu den Fehlentwicklungen, die bei Menschen beobachtet werden, die während der Schwangerschaft Glyphosat ausgesetzt waren", sagte Carrasco.

Der Argentinier präsentierte die Ergebnisse der Studie "GM Soy - Sustainable? Responsible?" am Donnerstag erstmals bei einem Symposium der ARGE Gentechnik-frei in Wien. Österreich dürfe vor den Gegebenheiten in Argentinien nicht wegsehen - immerhin würden 600.000 Tonnen Soja im Jahr aus dem Ausland importiert werden, so Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnik-frei. "Milchwirtschaft und Frischeier-Produktion haben es in Österreich schon eindrucksvoll bewiesen: Der Verzicht auf GVO-Soja ist möglich", meinte Schörpf. (APA/red)

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