Festspielhaus St. Pölten mit viel zeitgenössischem Tanz

28. April 2011, 15:16
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Acht Österreich-Premieren in der Saison 2011/12

 


Wien/St. Pölten - "Entfesselt" lautet das Motto für das Festspielhaus St. Pölten von Intendanten Joachim Schloemer in seiner dritten Saison; am Mittwoch präsentierte er die Pläne für die Saison  2011/12. Ein Programm, "das Barrieren überwindet, die Leinen losmacht", verspricht Schloemer, der selbst zum Saisonauftakt am 23. September ein "szenisches Pasticcio" namens "Abendempfindung" inszeniert.

Zeitgenössischer Tanz bleibt mit insgesamt acht Österreich-Premieren ein zentrales Element der Programmgestaltung, Sylvie Guillem eröffnet die Tanzsaison am 8. Oktober mit "Push", neue Arbeiten werden u.a. von Sidi Larbi Cherkaoui, Akram Khan und Javier de Frutos präsentiert. Ein Mozart-Schwerpunkt, Gastkonzerte u.a. mit den Wiener Philharmonikern, dem Freiburger Barockorchester, mit Helene Grimaud und Kristian Bezuidenhout, Auftritte der Flying Pickets, eine Performance mit Laurie Anderson und nicht zuletzt der neue Zyklus "Musik & Literatur" bilden weitere Akzente.

Fortgesetzt werden die vier Festivals "Polifonica", "Tastenmusik", "Nox Illuminata" und "Österreich TANZT". Als Artists in Residence werden in der kommenden Spielzeit Doris Uhlich (Tanz, Choreographie, Performance) und Christian Muthspiel (Musik, Komposition) fungieren. Weiterhin "in Residenz" bleibt das Tonkünstler-Orchester NÖ dem Festspielhaus mit zwölf Abonnementkonzerten und Specials (darunter ein Chansonabend mit Maria Bill) erhalten.

Kulturvermittlung liegt Schloemer sehr am Herzen, obwohl er einräumen muss, dass manche Versuche, im städtischen Bereich von St. Pölten Fuß zu fassen, nicht im gewünschten Ausmaß gelungen sind ("Wir haben auch negative Überraschungen überlebt"). Regional, national und international will Schloemer wirken, Vertrauen schaffen und das Haus als kreative Basis für Jung und Alt nützen. Talks und Workshops, Tango-Praktika und Chor-Abende, Poetry Slams und ein Jugendclub zählen zu den entsprechenden Initiativen. Schloemer: "Wir glauben, dass das Festspielhaus eine wichtige integrative und kommunikative Aufgabe erfüllen kann, und das nehmen wir ernst." Verstärkt sollen auch österreichische Künstler eingebunden werden.

In der Besucherstatistik ist ein genereller Aufwärtstrend festzustellen, gab Geschäftsführer Thomas Gludovatz bekannt. So habe sich die Besucherzahl bei Eigenveranstaltungen um 19 Prozent gegenüber der Saison 2009/10 erhöht, die Auslastung sei um 7,6 Prozent auf 79 Prozent gestiegen. Auch bei den Abonnements konnte ein leichter Anstieg verzeichnet werden. (APA)

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