Dodik berät Belgrad in Sachen Kosovo

28. April 2011, 14:48
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Bosnischer Serben-Präsident: Nordkosovo solle Teil Serbiens bleiben

Belgrad - Der für seine separatistischen Tendenzen bekannte bosnisch-serbische Präsident Milorad Dodik hat am Donnerstag den serbischen Behörden empfohlen, eine "pragmatische Lösung" für den Kosovo zu finden. Serbien müsse "stark" darauf beharren, dass der von Serben bewohnte Nord-Kosovo in Serbien bleibe und die serbisch-orthodoxen Klöster und die vorwiegend von Serben bewohnten Ortschaften einen besonderen Schutz bekämen, erklärte Dodik gegenüber dem Sender B-92.

Der politische Direktor des serbischen Außenministeriums, Borko Stefanovic, löste am Wochenende großen Unmut in Prishtina (Pristina) aus, nachdem er als erster Vertreter der serbischen Behörden erklärte, dass Belgrad auch bereit wäre, Gespräche über eine Teilung des Kosovo zu führen. Stefanovic leitet das Belgrader Team im Dialog mit Prishtina über offene Fragen.

Bei einer Regierungsstunde im Parlament vermied Stefanovic am Mittwoch allerdings, dieses Thema anzusprechen. Die Bereitschaft zu Gesprächen bedeute nicht, dass die Verfassung Serbiens verletzt werde, sagte Stefanovic. Prishtina ließ wiederholt wissen, dass in den Gesprächen mit Belgrad die Status-Frage ausgeschlossen ist.

Der vor gut drei Jahren ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo wurde bisher von 75 Staaten anerkannt. Belgrad lehnt sie ab. Auch Bosnien-Herzegowina hat den jüngsten Staat Europas nicht anerkannt, was auf den Widerstand der bosnischen Serben zurückgeführt wird.

Die Belgrader Tageszeitung "Blic" berichtete am Donnerstag, dass Serbien kein grünes Licht der Europäischen Union für die Aufnahme der Beitrittsgespräche erhalten werde, solange es Belgrad nicht gelingen werde, die europäischen Partner davon zu überzeugen, dass es ihm gelingen werde, eine Einigung mit dem Kosovo zu erzielen.

Die serbischen Behörden hoffen derzeit weiterhin, dass ihr Land vor Jahresende den Status eines EU-Beitrittskandidaten, womöglich auch einen Termin für die Beitrittsgespräche erhalten wird. Der Termin für die Aufnahme der Beitrittsgespräche bleibe ein "unerreichbares Ziel", stellte dagegen die Tageszeitung fest. (APA)

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