Waagner-Biro will heuer wieder kräftig wachsen

28. April 2011, 12:48
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Nachwehen der Krise waren 2010 noch zu spüren

Wien - Die österreichische Maschinen- und Stahlbaugruppe Waagner-Biro will nach einem kräftigen Umsatzminus im Vorjahr heuer wieder deutlich wachsen und ein Rekordergebnis hinlegen. Der Umsatz schrumpfte 2010 um 26,8 Prozent auf 140,8 Mio. Euro (192,4), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) ging nur leicht auf 11,0 Mio. Euro (12,1 Mio. Euro) zurück. Die Auftragseingänge zogen in der 2. Jahreshälfte deutlich an und erreichten 218,3 Mio. Euro, was einen Plus von 26,4 Prozent entspricht.

"Die Nachwehen der Krise waren 2010 noch deutlich zu spüren", betonte Waagner-Biro-Vorstand Gerhard Klambauer am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Rudolf Estermann. Im ersten Halbjahr sei die Auftragslage noch sehr schwach gewesen, ab Jahresmitte gab es "einen neuen Schwung" und der Auftragsstand erreichte Rekordhöhe". Verbessert habe sich auch die Gewinnmarge (ROS) der Gruppe und zwar von 6,3 auf 7,8 Prozent. Der Dividendenvorschlag wird um 20 Cent auf 1,60 Euro je Aktie angehoben. Auf eine mögliche Rückkehr an die Börse angesprochen hieß es heute vom Vorstand:"Es gibt keine Hinweise".

Für heuer erwartet Klambauer "ein sehr gutes Jahr". Der Umsatz werde deutlich über 200 Mio. Euro liegen" und auch das EGT werde kräftig wachsen, Planziel seien 13 Mio. Euro. Man fahre eine "klare Wachstumsstrategie". Interessante Märkte seien Afrika, Südostasien oder die Gus-Staaten. Größtes Einzelprojekt derzeit ist das Gate für den Flughafen Baku in Aserbaidschan mit einem Auftragsvolumen von 60 Mio. Euro, das 2013 fertiggestellt werden soll.

Probleme mit Projekt in Syrien

Von den Umwälzungen im arabischen Raum sei man aus heutiger Sicht nicht wesentlich betroffen. Es werden aber alle Projekte genau untersucht und auf den Prüfstand gestellt. Probleme erwarten die Waagner-Biro-Manager aber bei einem Museums-Projekt in Syrien mit einem Auftragsvolumen von 6 Mio. Euro. Es könne durchaus sein, dass dieses Projekt in den nächsten Wochen eingestellt werde.

Im Bereich Stahlbau musste die Waagner-Biro im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlichen Einbruch des Geschäftsvolumens hinnehmen. Der Umsatz schrumpfte in dieser Sparte um mehr als ein Drittel von 141,9 auf 85,8 Mio. Euro. Das EGT ging um 14 Prozent auf 8,5 Mio. Euro zurück. Der Auftragsstand lag zum Jahresende mit 169,2 Mio. Euro deutlich über dem vorangegangenen Jahr. (103,1 Mio. Euro). Profilieren konnte sich das Unternehmen in diesem Bereich vor allem mit beweglichen Brücken z. B. die Golden Horn Bridge in Istanbul. Größter Auftrag in der Stahl-Glastechnik war die Zentrale der Cooperative Group in Manchester.

Der Bereich Bühnenbau (Stage Systems) habe sich trotz Finanz- und Wirtschaftskrise gut gehalten, heißt es im Geschäftsbericht. Der Umsatz kletterte um 27,9 Prozent auf 335,8 Mio. Euro, das EGT ging allerdings aufgrund des starken Preisdrucks um 15,8 Prozent auf 1,6 Mio. Euro zurück. Der Auftragsstand erreichte ende 2010 43,3 Mio. Euro, um 24 Prozent mehr als Ende 2009. Zu den prestigeträchtigsten Projekten zählten hier die Bühnentechnik im Musiktheater in Linz und die Elbphilharmonie in Hamburg.

Bei der auf Spezialmaschinen spezialisierte britischen Tochter Qualter, Hall & Co Lts sank der der Umsatz 2010 um 17 Prozent auf 16,5 Mio. Euro, das EGT verbesserte sich auf 1,8 nach 1,7 Mio. Euro. Der Auftragsstand erreichte zum Jahresende 39,1 nach 37,9 Mio. Euro Ende 2009.

Die Eigentümerverhältnisse der Gruppe mit rund 1.000 Mitarbeitern hat sich nicht verändert. Die Mehrheit halten die Stiftungen des Industriellen Herbert Liaunig und der Familie Heldmann. Zwischen 25 und 30 Prozent sind im Streubesitz. (APA)

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