Niki Lauda bald als Kinoheld?

28. April 2011, 12:59
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Peter Morgan verfasste Drehbuch über die Rennfahrer-Rivalität mit James Hunt in der Saison 1976

Wien  - "Der Peter Morgan ist ein kompetenter Mann", kommentierte Niki Lauda den Umstand, dass es der britische Drehbuchautor ein Skript über einen markanten Karriereabschnitt des österreichischen Formel-1-Rennfahrers verfasst hat. "Lauda ist ein faszinierender Charakter", hatte Morgan am Dienstag vor Journalisten gesagt. "Gestern habe ich das Drehbuch abgegeben - ich hoffe, dass es bald zustande kommt."

Lauda selbst war in den Prozess des Drehbuchschreibens involviert, wie er am  Donnerstag  bestätigte. Vor drei Monaten sei Morgan auf ihn zugekommen, "zwei, drei Mal" habe er den in Wien lebenden Autor bereits getroffen, "aber die Hauptarbeit steht noch vor uns". Laut Lauda sei man gerade dabei, "die rechtlichen Dinge zu klären". "Wenn das alles erledigt ist, ist es meine Aufgabe, Peter die Infos dazu zu geben, was sich damals abgespielt hat", so der 62-Jährige.

Nicht sein Lebenslauf, sondern nur eine Episode ist Plot des Drehbuchs: die Rivalität mit dem englischen Fahrer James Hunt in der Rennsaison 1976. "Hunt und ich waren damals der dominante Teil des Rennjahres", so Lauda. Der Österreicher lag Anfang der Saison weit in Führung, bis sich am 1. August sein  Feuerunfall am Nürburgring ereignete. Nur sechs Wochen später saß Lauda wieder im Rennwagen; im letzten Saisonrennen gab er in Fuji auf und schenkte damit Hunt den Sieg, der mit nur einem Punkt Vorsprung die Weltmeisterschaft gewann. "Hunt war damals im wahrsten Sinne des Wortes mein Rivale", so Lauda: "Aber er war mir noch der Liebste von damals, obwohl wir alle vom Egoismus getrieben waren."

Wie Lauda  betonte, wolle er sich nicht zu sehr in die weitere Entwicklung des Projekts einmischen. "Ich bin kein Experte darin, wie man einen Hollywoodfilm macht. Ich weiß nur, dass Peter Morgan wirklich für Qualität steht." So vertraue er auch darauf, dass Morgan "um sich herum den richtigen Regisseur und die richtigen Produzenten scharen wird". "Die Queen" und "Frost/Nixon", zwei Filme nach Drehbüchern Morgans, habe Lauda gesehen. Dass diese beinahe zu Oscar-Ehren gekommen seien, spreche für sich.

Dem "Süddeutsche Zeitung Magazin" versicherte Morgan erst kürzlich, dass es vermutlich keinen Besseren für die aktuelle Aufgabe gebe  als ihn selbst: "Sie werden nur schwerlich jemanden finden, der besser geeignet ist, ein Filmskript über einen österreichischen und einen englischen Rennfahrer zu schreiben", so der Wahl-Wiener. "Ich kann mich in beide Mentalitäten hineinversetzen." Laudas Charakter lag ihm dabei mehr. "Der Niki fällt mir leicht", meinte er damals. "Er hat diese sehr direkte, typische Sprache."

Morgan hat seine Qualitäten im Bereich des Männermelodrams bereits mehrfach bewiesen: In "Die Queen" sezierte er das Verhältnis von Tony Blair zum englischen Königshaus, in "Frost/Nixon" zeigte er Ex-US-Präsident Richard Nixon in einem TV-Duell mit einem Talkmaster und in "Der letzte König von Schottland" porträtierte er den ugandischen Diktator Idi Amin und seinen englischen Berater. Derzeit wird Morgans Skript zu "360", einer Variation von Arthur Schnitzlers "Reigen", unter anderem in Wien verfilmt.  (APA/red)

P.S.: Parallel dazu existieren Ankündigungen, dass Tom Rubythons Bestseller-Biografie "Shunt: The Story of James Hunt" (2010) von Hollywoods Dreamworks-Studio verfilmt werden soll. Zum Buch siehe eine "Daily Mail"-"Rezension": spekulativ im Text, üppig bebildert.

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    Der beinahe tödliche Crash am 1. August 1976 Nürburgring ...

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    ... und ein bereits wieder zweckoptimistischer Niki Lauda bei seiner Pressekonferenz in Salzburg fünf Wochen danach.

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