Börse Frankfurt: Dax auf Höchststand seit 2008

28. April 2011, 18:36
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Positive Quartalsberichte beflügeln Leitindex - Deutsche Bank-Aktie stark nachgefragt

Frankfurt - Zahlreiche positiv ausgefallene Quartalsberichte haben den DAX am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Jänner 2008 getrieben. Der deutsche Leitindex legte den sechsten Handelstag in Folge zu und schloss knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch von rund 7.480 Punkten. Aus dem Handel ging er mit plus 0,95 Prozent bei 7.475,22 Punkten. Der MDax rückte um 0,25 Prozent auf 10.711,30 Punkte vor und präsentierte sich zeitweise sogar so stark wie zuletzt im August 2007. Der TecDax hingegen schloss kaum verändert mit plus 0,16 Prozent auf 923,20 Punkte.

In Deutschland bestimmte - ähnlich wie in Europa insgesamt sowie in den USA - eine Flut von Quartalsbilanzen das Bild: Mit fünf der größten 30 deutschen börsennotierten Konzerne kam die Berichtssaison ordentlich in Fahrt. "Die Berichtssaison verläuft sehr solide und auch die Konjunkturdaten fallen derzeit eher positiv aus", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Die größte Stütze für die Aktienmärkte sei aber die unverändert üppige Liquidität, nachdem die US-Notenbank Fed am Vorabend ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert und eine Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik signalisiert hatte.

Die Deutsche Bank war zu Jahresbeginn einen großen Schritt auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen vorangekommen. Der Branchenprimus hatte alle Erwartungen übertroffen und auch die Ergebnisse vieler internationaler Konkurrenten in den Schatten gestellt. Die Aktien gewannen daraufhin an der DAX-Spitze 4,75 Prozent auf 43,785 Euro.

Dagegen reagierten die Deutsche-Börse-Titel kaum auf gute Quartalszahlen und schlossen um 0,40 Prozent höher bei 55,50 Euro. Händler sahen die Geschäftsentwicklung schon weitgehend eingepreist. Die Blicke richteten sich zudem mehr auf Nachrichten zur angestrebten Fusion mit der NYSE Euronext und die Torpedierungsversuche durch die US-Börsen Nasdaq OMX und ICE.

Bayer mit robustem Quartal

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hatte nach einem überraschend robusten ersten Quartal die Prognosen für 2011 angehoben. Die Aktien stiegen um 2,03 Prozent auf 58,710 Euro. Konkurrent Merck hatte dank der Milliardenübernahme des Laborausrüsters Millipore und des anhaltenden Chemiebooms einen kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg verbucht, was den Papieren ein Plus von 3,55 Prozent auf 71,55 Euro bescherte.

Eine große Enttäuschung hingegen war SAP. Europas größter Softwareanbieter war zwar dank der Sybase-Übernahme und der Erholung der Weltmärkte solide in das Jahr 2011 gestartet, doch das Ausmaß der Umsatz- und Gewinnsteigerung war hinter den durchschnittlichen Analystenerwartungen zurück geblieben. Entsprechend büßten die Anteilsscheine am DAX-Ende 5,67 Prozent auf 43,09 Euro ein.

Im MDax litten die Papiere des Reifenherstellers Continental unter leichten Gewinnmitnahmen und büßten 0,27 Prozent auf 67,500 Euro ein. Der Jahresstart war zwar gelungen, doch die Titel sind seit Mitte April kräftig gestiegen.(APA)

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