SW Umwelttechnik litt unter Konjunkturflaute in CEE

27. April 2011, 13:49
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EGT mit minus 2,3 Mio. Euro trotz Umsatzplus weiter negativ - Vorstand sieht Wachstumschancen in Rumänien und erwartet heuer deutlich besseres Ergebnis

Wien - Die in Wien börsenotierte SW Umwelttechnik hat den Umsatzeinbruch von 2009 im abgelaufenen Geschäftsjahr teilweise wieder gutmachen können. Der Umsatz wuchs um 12 Prozent auf 73,8 Mio. Euro, das Vorsteuerergebnis (EGT) blieb mit minus 2,3 Mio. (-2,9 Mio.) Euro aber negativ. Das operative Ergebnis (EBIT) ging von 1,4 Mio. leicht auf 1,3 Mio. Euro zurück. "Natürlich sind wir mit dem negativen Ergebnis nicht zufrieden, aber für das Marktumfeld ist das eine respektable Leistung", sagte Vorstand Bernd Wolschner am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Wien. Die im Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen wurden weitgehend bestätigt.

Das weiterhin negative Ergebnis sei großteils auf das schwierige Umfeld und den starken Umsatzeinbruch aus dem Jahr 2009 zurückzuführen. Damals war der Umsatz um 40 Prozent eingebrochen. Besonders in Rumänien und Ungarn, wo das Kärntner Unternehmen 2010 insgesamt 74 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet, bewege man sich nach wie vor in einem stark rezessiven Marktumfeld, so Wolschner. "Die Auslastung der Anlagen ist definitiv zu niedrig. Deswegen werden unsere Fixkosten nicht zur Genüge gedeckt." Außerdem habe die Rezession einen starken Preisdruck ausgelöst, was die Kostendeckung noch schwieriger gemacht habe.

In Rumänien habe man sich im Industrie- und Gewerbebau vorübergehend vom Markt verabschiedet. Es sei dort nicht möglich, kostendeckend zu arbeiten, sagte Co-Vorstand Klaus Einfalt. Zudem habe es im Vorjahr Kommunal- und Nationalratswahlen in Ungarn gegeben, weswegen die öffentliche Hand nur verhalten investiert habe. 2010 wurde in Ungarn dennoch ein Umsatzplus von 18 Prozent erzielt, in Rumänien eines von 33 Prozent. In Österreich hofft SW Umwelttechnik, durch Innovation zu wachsen.

Hoffnung auf öffentliche Projekte

Mittelfristig plant das Unternehmen, die Umsatzmarke von 100 Mio. Euro wieder zu überschreiten. Dies soll vor allem mit öffentlichen Projekten in Rumänien und Ungarn geschehen. "Das wird in den nächsten ein bis zwei Jahren der Wachstumstreiber sein", sagte Wolschner. Dabei werde man sich voll auf den Tiefbau und von der EU kofinanzierte Projekte konzentrieren. "Der Investitionsbedarf, zum Beispiel bei der Kanalisation, ist eindeutig gegeben. Und die Finanzierung ist durch die EU gesichert", sagte Einfalt. Die Kofinanzierung beginne nämlich erst jetzt, vier Jahre nach dem EU-Beitritt Rumäniens, richtig zu laufen. "In Österreich hat das auch einige Jahre gedauert", so Wolschner. Für 2011 rechnet man auch wegen der angepassten Produktpalette mit einer "deutlichen Ergebnissteigerung".

Aufgrund des schwierigen Marktes habe man besonders in Ungarn den Mitarbeiterstand reduzieren müssen. Leiharbeiter hätten dabei Spitzenauslastungen abgedeckt. Insgesamt hatte das Unternehmen im Vorjahr durchschnittlich 628 Mitarbeiter, das sind über 100 weniger als 2009. Der Personalaufwand sank laut Geschäftsbericht von 15,1 Mio. auf 13,7 Mio. Euro. In Österreich beschäftigte SW Umwelttechnik 2010 durchschnittlich 123 Mitarbeiter.

Die Hauptgeschäftsbereiche des Unternehmens sind Wasserschutz, wo 43 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, Infrastruktur mit 38 Prozent des Umsatzes und das Projektgeschäft mit 19 Prozent. (APA)

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