S&T in Turbulenzen - Betriebsrat gegen Anzeige von Mitarbeitern

27. April 2011, 12:19
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Betriebsrat: Von einer Insolvenzverschleppung ist nichts bekannt - Keine verzögerte Gehälterauszahlung

Beim angeschlagenen Wiener IT-Dienstleister S&T gibt es nun Streit innerhalb der Belegschaft. Wie der "Kurier" heute berichtet, hat eine "Interessengemeinschaft von Mitarbeitern, ehemaligen Mitarbeitern und Kleinaktionären" Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien erstattet. Die Gemeinschaft fürchtet, dass das Management die Insolvenz verschleppt. Nun hat sich heute, Mittwoch, auch der Betriebsrat zu Wort gemeldet und sich von den Anschuldigungen distanziert. Ein Vorwurf der Insolvenzverschleppung sei dem Betriebsrat "nicht bekannt".

Alleingang

"Die Belegschaft hat damit nichts zu tun. Falls tatsächlich S&T-Mitarbeiter an dieser Anzeige beteiligt sein sollten, handelt es sich hierbei um Personen, die sich im Alleingang zu diesem Schritt entschieden haben", betont die Arbeitnehmervertretung in einer Aussendung. Der Vorwurf, dass Gehälter und Boni nicht ausbezahlt werden, sei eine Falschinformation. Richtig sei hingegen, dass es bei den Boni eine Vereinbarung des Betriebsrates mit der Geschäftsführung gebe, den Betrag in Tranchen gestundet auszubezahlen. "Die betroffenen 70 Mitarbeiter, die wie angekündigt ausscheiden werden, sind von dieser Regelung nicht betroffen und bekommen die Entgelte wie vereinbart zur Gänze ausbezahlt", betonte Betriebsratsvorsitzender Alexander Mullett.

"Einmalkosten der laufenden Restrukturierung"

Vergangene Woche musste das börsenotierte Unternehmen ad hoc mitteilen, dass die Sanierungskosten das halbe Grundkapital aufgefressen haben. Es sei, "anzunehmen, dass das Eigenkapital den Wert des halben Grundkapitals unterschritten hat". S&T begründete die Geschäftsentwicklung mit "Einmalkosten der laufenden Restrukturierung". Der Vorstand werde über die "erforderlichen Maßnahmen" bei der ordentlichen Hauptversammlung am 1. Juli 2011 berichten, so das Unternehmen. (APA)

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