ORF-Personalkosten "hart an der Grenze"

25. April 2011, 18:36
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Die Medienbehörde hat die ersten 50 Millionen extra für den ORF abgesegnet. Zum ersten und letzten Mal, ohne die Kosten zu prüfen. Die des Personals gefährden die nächsten 50 Millionen, warnt der Finanzdirektor intern.

Wien - 160 Millionen Euro schießt die Republik dem ORF zu, die ersten 50 Millionen flossen 2010. Sie gilt ihm - befristet - einen Teil jener Gelder ab, die ihm durch Gebührenbefreiungen entgehen.

Das ORF-Gesetz verlangt, dass die Anstalt für den Zuschuss Kosten nachhaltig senkt, insbesondere Personalkosten, auch pro Kopf, und seine Technik "optimiert".

Die ersten 50 Millionen Euro winkte die Behörde noch durch: Sie hatte nur zu prüfen, ob der ORF nicht mehr erhält, als ihm durch Befreiungen entgeht - das waren 55,385 Millionen Euro. 2011 prüft sie Einsparungen.

Die Personalkosten seien da "wirklich kritisch", sagte ORF-Finanzdirektor Richard Grasl nach STANDARD-Infos vor Führungskräften: "Der ORF liegt in den Pro-Kopf-Kosten auch dieses Jahr (2011, Anm.) hart an der Grenze dessen, was mit der Medienbehörde vereinbart ist. Es ist unumgänglich, die Pro-Kopf-Kosten in diesem Jahr nicht steigen zu lassen, da sonst tatsächlich die Gefahr besteht, die 50 Millionen Euro Gebührenrefundierung in diesem Jahr nicht lukrieren können."

50 Millionen Urlaubsgeld

Grasl will, wie berichtet, weitere 150 Mitarbeiter vorzeitig und vergütet in Pension verabschieden. Nun will er 50 Millionen Euro bei Überstunden, Zulagen und Höherstufungen einsparen - und indem er die Kollegen im Generalswahljahr auf Urlaub schickt. Von den nötigen Einsparungen, um nach 2013 ohne Bundeszuschuss positiv zu bilanzieren, fehlten 20 Prozent, sagte Grasl.

60 Millionen Minus 2014

Laut Grasls Prognose nach dem positiven Jahr 2011 harte Arbeit:

  • 2012 erwartet er mit 30 Millionen Zuschuss und 20 Millionen extra Kosten für Fußball-EM und Olympische Spiele minus 15,1 Millionen Ergebnis (EGT);
  • 2013 30 Millionen Zuschuss, zehn Millionen für Ski-WMs und Nationalratswahl: minus 19,7 Millionen EGT;
  • 2014 20 Millionen für Fußball-WM, Winterspiele: minus 59,5.
  • 2015 bei acht Millionen für Ski-WMs: minus 46,7 Millionen EGT. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 26.4.2011)
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    50 Millionen extra vom Bund ohne große Prüfung: ORF-Manager Richard Grasl. Ohne weiteres Sparen am Personal erwartet er 2014 60 Millionen Euro Minus für den ORF.

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