Reisewarnung für Syrien

25. April 2011, 13:15
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Österreicher in Syrien seien bei Unruhen "nicht zu Schaden gekommen"

Wien - Das Außenministerium warnt vor Reisen nach Syrien. "Am Osterwochenende (insbesondere am Karfreitag) hat sich die Sicherheitslage in Syrien weiter verschlechtert. Vor Reisen nach Syrien wird daher gewarnt", ist auf der Homepage des Ministeriums zu lesen. Den in Syrien lebenden Österreichern gehe es den Umständen entsprechend gut, wie Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal der APA auf Anfrage am Montag mitteilte.

Etwa 150 in Syrien lebende Österreicher, zumeist Doppelstaatsbürger, seien registriert. Sie hätten laut Launsky-Tieffenthal aktuell nicht den Wunsch nach einer Ausreise geäußert. Auch sei keiner von ihnen "zu Schaden gekommen". Es wird aber vermutet, dass sich mehr Österreicher in Syrien aufhalten bzw. dort (zeitweise) leben

Das Außenministerium hatte bisher vor nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Syrien abgeraten und eine partielle Reisewarnung für die Städte Daraa (Deraa) und Lattakia ausgesprochen. Aufgrund der Proteste "wird dringend empfohlen, sich von Demonstrationen, größeren Menschenansammlungen und Schauplätzen von Polizei- und Militäreinsätzen fernzuhalten". Auch von Foto- oder Videoaufnahmen von Demonstrationen und Kundgebungen wird dringend abgeraten. Inzwischen sei die Einrichtung zahlreicher Checkpoints erfolgt. Überlandstraßen und Autobahnen seien teilweise gesperrt worden; auf der Zufahrtsstraße zum Flughafen Damaskus sei mit Personen- und Fahrzeugkontrollen zu rechnen.

Menschenrechtler gehen von mehr als 400 Toten seit Beginn der Unruhen Mitte März aus. Allein beim Einrücken der syrische Armee am Montag mit Panzern in die Stadt Daraa sind nach Angaben von Regimekritikern mindestens 20 Menschen von den Soldaten getötet worden. Außerdem soll es Razzien in mehreren Städten gegeben haben. Am vergangenen Freitag waren 112 Demonstranten in Syrien getötet worden.

In Daraa und Damaskus hatte die syrische Protestbewegung gegen Staatschef Bashar al-Assad Mitte März ihren Anfang genommen. Nachdem es dort zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei kam, griffen die Proteste auch auf andere Städte über. Die syrische Führung stellt die Massenproteste als Angriffe krimineller Banden auf die Sicherheitskräfte dar und greift hart durch. (APA)

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