Zwei Parlamentarier treten aus Protest zurück

23. April 2011, 16:29
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"Kann nicht mehr die Menschen schützen, die mich gewählt haben"

Damaskus - Aus Protest gegen die tödliche Gewalt gegen Demonstranten in Syrien haben zwei Parlamentsabgeordnete des Landes ihren Rücktritt verkündet. Die aus der südsyrischen Protesthochburg Daraa stammenden Abgeordneten Khalil al-Rifai und Nasser al-Hariri gaben ihren Schritt am Samstag im arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera bekannt.

Er könne nicht mehr die Menschen schützen, die ihn gewählt hätten, sagte Rifai. Ähnlich äußerte sich auch Hariri. Staatschef Bashar al-Assad müsse "umgehend eingreifen". Die beiden Parlamentarier sind die ersten, die seit dem Beginn der Protestbewegung Mitte März ihre Mandate niederlegen.

Brutalität

Die syrischen Sicherheitskräfte waren am Freitag mit größter Brutalität gegen Regierungsgegner vorgegangen, die nach der Aufhebung des fast 50 Jahre lang geltenden Ausnahmezustands landesweit zu Tausenden auf die Straße gegangen waren. Jüngsten Angaben zufolge wurden dabei mindestens 82 Menschen getötet; einige Menschenrechtsvertreter sprachen von mehr als 90 Toten. Viele der Menschen wurden in Daraa und Umgebung getötet.

Bei Beerdigungen getöteter Demonstranten schossen Heckenschützen und Sicherheitskräften am Samstag laut Augenzeugen und Menschenrechtsaktivisten auf Trauergäste. Dabei wurden nach jüngsten Angaben in der Region Daraa fünf Menschen getötet, im 15 Kilometer nördlich der Hauptstadt Damaskus gelegenen Duma starben ebenfalls fünf Menschen, in Damaskus ein Mensch. (APA)

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