Brandschutzmängel im Kraftwerk

22. April 2011, 18:53
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Kontrollamt prüfte Wien-Strom-Betriebe

Wien - Nach 21 Minuten musste die Übung abgebrochen werden - "zum Schutz der zunehmend hektisch agierenden Betriebslöschtruppe", wie das Kontrollamt in seinem Bericht festhält. Denn die Mitarbeiter des Kraftwerks Simmering, die bei einem Feueralarm zum Brandherd eilen und löschen sollten, hatten beim unangekündigten Probealarm weder einen Schlüssel für die vom Alarm betroffenen Räume bei sich noch schafften sie es, eine Schlauchleitung in Gang zu bringen.

Auch in den anderen beiden Wien-Strom-Kraftwerken Donaustadt und Leopoldau, in denen das Kontrollamt den betrieblichen Brandschutz prüfte, stellten die städtischen Kontrolleure eine Reihe von Mängeln fest. So kritisierten sie unter anderem den Umstand, dass es für alle drei Kraftwerke nur einen Brandschutzbeauftragten gibt. Sie empfahlen zu prüfen, ob es nicht sinnvoller wäre, je einen Brandschutzbeauftragten vorzusehen, der die Eigenheiten des jeweiligen Betriebs kennt. Den Prüfern fiel außerdem auf, dass der Stellvertreter des Brandschutzbeauftragten monatelang im Krankenstand und eine einzige Person für 460 Beschäftigte verantwortlich war.

Technische Mängel

Darüberhinaus zeigte das Kontrollamt im 40-seitigen Bericht eine ganze Reihe technischer Mängel auf. So wurde etwa im Kraftwerk Donaustadt trotz entsprechenden Genehmigungsbescheids eine CO2-Löschanlage nicht gebaut und Fluchtwege nur teilweise beleuchtet.

"Man kann eigentlich nur von einem Wunder sprechen, dass in den vergangenen Jahren keine Katastrophe passiert ist", sagt der Vorsitzende des Kontrollamtausschusses, Matthias Tschirf (VP). Wien-Strom gelobte bereits im Bericht Besserung - und will laut seiner Stellungnahmen den Empfehlungen des Kontrollamts folgen. (stem, DER STANDARD-Printausgabe, 23./24./25.4.2011)

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