Bayern zu Gast bei einem Freund

22. April 2011, 14:54
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Münchner müssen sich im Rennen um Platz drei mit Christoph Daums Frankfurt auseinandersetzen - Dortmund könnte am Samstag bereits feieren

Berlin - Erster Matchball für Borussia Dortmund in der 31. Runde der deutschen Bundesliga: Siegt das Überraschungsteam von Jürgen Klopp am Samstag bei Martin Stranzls Gladbachern und gewinnt Verfolger Leverkusen gleichzeitig nicht gegen Hoffenheim (Alaba, Ibertsberger), steht die siebente Meisterschaft für den BVB (die erste seit 2002) fest.

Klopp ließ im Vorfeld der Partie keine Euphorie aufkommen, versuchte unzureichendem Focus seiner Spieler mit Sondermaßnahmen zu begegnen und hielt das Abschlusstraining hinter verschlossenen Türen ab. "Gladbach kämpft ums Überleben, da weiß man was uns erwartet", warnte Klopp, der auf seinen verletzten Mittelfeldstar Nuri Sahin (Innenband-Teilriss im rechten Knie) verzichten muss.

Auf der Gegenseite ist der Einsatz von Dante, des Nebenmannes Stranzls in der Innenverteidigung fraglich. Stürmer Mike Hanke gesperrt. "Es wäre schön, wenn die Dortmunder zu Hause feiern könnten", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Die Gastgeber brauchen im Kampf gegen den Abstieg unbedingt einen Sieg.

Neben den Gladbachern kämpfen mit dem VfB Stuttgart (Martin Harnik/daheim gegen HSV) und dem 1. FC Kaiserslautern (Erwin Hoffer, Clemens Walch/auswärts gegen Schalke) zwei weitere Klubs mit Österreicher-Beteiligung um den Klassenerhalt. Noch nicht aller Sorgen ledig ist auch Werder Bremen (Marko Arnautovic/bei St. Pauli).

Brisanz liegt im Treffen Eintracht Frankfurt gegen Bayern München. Die Hessen (14.) benötigen Punkte im Abstiegskampf, die Bayern kämpfen um die Qualifikation für die Champions League. Trainer Andries Jonker muss mit seiner Mannschaft Platz drei zurückerobern. Diesen Rang hat wieder Hannover 96 (Emanuel Pogatetz) nach dem 3:1 am Donnerstag beim SC Freiburg inne.

Frankfurt, das stellt Jonker selbstbewusst klar, soll dabei ebensowenig zum Stolperstein werden wie die weiteren Gegner Schalke, St. Pauli und Stuttgart. "Wenn ein Ziel erreicht werden muss, sind wir in der Lage, jeden Gegner in Deutschland zu schlagen - egal, wer das ist", sagt der Niederländer. Bei dieser Aufgabe will er sich von nichts ablenken lassen. "Man muss seine Arbeit machen - egal, was passiert", sagt Jonker. Das gilt für den Trainer auch ganz persönlich, hat seine Mutter doch vergangene Woche einen Herzstillstand erlitten. Jonker hat sie in den Niederlanden besucht, jetzt hofft er, "dass sie sich in aller Ruhe erholen kann".

Und dann ist da noch die schwelende Privatfehde zwischen Eintracht-Trainer Christoph Daum und dem Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Um sich ganz auf die Rettung der Hessen zu konzentrieren, legte Daum das Thema zu den Akten, zumal er eine Versöhnung mittlerweile ausgeschlossen hat. "Mit diesem Herrn will ich überhaupt nicht mehr zusammentreffen, wir bekommen es aber ohnehin mit ganz anderen Leute zu tun", sagte Daum. Außerdem gab er bekannt, bei einem eventuellen Abstieg der Eintracht nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Hoeneß, der vor elf Jahren Daums Kokain-Affäre öffentlich gemacht hatte, meinte: "Wenn ich ihn sehe, werde ich ihm die Hand geben." (sid/APA/red)

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    Christoph Daum spricht den Namen "Hoeneß" nur noch im Nofall aus.

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