Unterstützer von Wikileaks-Informanten sangen Obama die Leviten

22. April 2011, 08:37
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Haftbedingungen von Bradley Manning immer wieder in der Kritik - US-Präsident beim Wahlkampfspendensammeln unterbrochen

US-Präsident Barack Obama ist während einer Spendensammelaktion für seinen Wahlkampf mit einer ungewöhnlichen Gesangseinlage überrascht worden. Während eines Frühstücks mit Spendern in einem Hotel in San Francisco sang ihm eine Gruppe am Donnerstag die Leviten wegen der Haftbedingungen des mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning, wie teilnehmende Journalisten berichteten.

Auftritt

Mitten in einer Rede vor rund 200 Spendern wurde Obama plötzlich von einer Frau unterbrochen, die ihm ein Ständchen ankündigte. Bevor der Präsident reagieren konnte, legten die Frau und ihre gesamten Tischnachbarn los und schmetterten ein selbstgedichtetes Lied über das Schicksal Mannings und Obamas Wahlversprechen von "Change". Darin kündigten sie aber auch an, dass sie trotzdem im kommenden Jahr für den demokratischen Staatschef stimmen werden, da ihnen die oppositionellen Republikaner keine andere Wahl ließen. Auf kleinen Tafeln forderten sie gleichzeitig die Freilassung Mannings.

Sichtlich wenig erfreut lobte Obama den "netten Song". Dann wurde die Frau aus dem Saal gebracht, zwei ihrer Chormitglieder gingen freiwillig. Die restlichen Sänger aber blieben und applaudierten Obama nach seiner Rede.

In Haft

Die US-Armee verdächtigt Manning, der früher im Irak stationiert war, geheime Dokumente unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan an das Internet-Enthüllungsportal Wikileaks weitergegeben zu haben. Seit vergangenem Juli war er auf der Armeebasis in Quantico inhaftiert. Menschenrechtler hatten die Einzelhaft-Bedingungen des 23-jährigen Gefreiten scharf kritisiert. Am Mittwoch wurde er auf den Stützpunkt Fort Leavenworth in Kansas verlegt. Nach Angaben des Pentagon darf Manning dort Besucher empfangen und Kontakt zu anderen Häftlingen haben. Dagegen warnten Manning-Unterstützer vor einer weiteren Isolierung: Die Verlegung schränke die Besuchsmöglichkeiten seiner an der Ostküste lebenden Familie sowie den Kontakt zu seinem Anwalt ein. (APA)

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