Österreicher vertrauen Dalai Lama mehr als dem Papst

22. April 2011, 07:57
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Kardinal Christoph Schönborn und der Papst auf Platz zwei und drei

Die überwiegend katholischen Österreicher würden ihre Seele am liebsten in die Hände des Dalai Lama legen. Im APA/OGM-Vertrauensindex genießt das Oberhaupt der Tibeter und der Buddhist die meiste Zuneigung unter Vertretern religiöser Gemeinschaften. Ihm folgen Kardinal Christoph Schönborn und der Papst.

Für den Vertrauensindex wurden in der Karwoche 503 Österreicher ab 16 Jahren telefonisch befragt, ob sie der jeweiligen Person vertrauen oder nicht. Aus den Ja- und Nein-Stimmen wurde ein Saldo gebildet und dann ein Ranking erstellt. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 4,5 Prozent.

Dalai Lama an der Spitze

Der Dalai Lama liegt mit 38 Punkten deutlich an der Spitze. Schönborn als Zweiter bekam schon nur mehr 10, Papst Benedikt XVI. liegt mit 8 Punkten darunter. Sowohl den Wiener Erzbischof als auch den Heiligen Vater, kennen jeweils 80 Prozent der Österreicher, den medienbewussten Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, nur 37 Prozent. Er liegt im Vertrauensindex mit sieben Punkten mit dem Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari (7) gleichauf an vierter Stelle.

Den Vertretern des Judentums vertrauen die Österreicher nur wenig: Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, den 43 Prozent der Befragten kennen, liegt mit 13 Punkten im Minus, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, mit 35. Am schlechtesten schnitt allerdings der scheidende Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), Anas Schakfeh, mit 42 Minuspunkten ab.

Laut OGM-Chef Wolfgang Bachmayer zeigt das Ranking, dass das Vertrauen in die Repräsentanten viel stärker von Bekanntheit und Medien-Image geprägt ist, als von der Glaubensrichtung der Menschen. Dass ausgerechnet der Dalai Lama das meiste Vertrauen genießt, begründet er mit dessen freundlichem Wesen, bescheidenem Lebensstil, liberalen Grundhaltungen und der Lebensgeschichte eines Verfolgten. Auch die Absenz eines kirchlichen Machtapparates sei einer der Gründe. (APA)

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    Das Oberhaupt der Tibeter genießt die meiste Zuneigung unter Vertretern religiöser Gemeinschaften

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