Leichter Vorsprung

21. April 2011, 20:31
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Sieg für das Subventionsmodell? - Von Ljubisa Tosic

Die Krise hat sie alle gebeutelt - die großen US-Orchester. Gehaltskürzungen, Tourneeabsagen: Das wegbleibende Publikum und ein Finanzierungsmodell, das nur auf Sponsoren und Börsenveranlagung von Orchestervermögen baut, setzen zu. Nun ist gar das Philadelphia Orchestra in Konkurs gegangen.

Das muss zwar nicht das Ende des Orchesters bedeuten, es fällt aber auf: In Europa (besonders hierzulande) ist man gut durch die Krise gekommen. Die Konzerthäuser sind voll, und da die Klangkörper ihre Finanzbasis Vater Staat verdanken und selbiger noch keine Brutalmaßnahmen setzen musste, ist man frei von Existenzängsten. Sogar das ORF-RSO Wien ist nicht mehr Teil der aufreibenden Ausgliederungsdebatte.

Sicher: Die Wiener Symphoniker mussten sparen. Und die Wiener Philharmoniker müssen seit Jahren durch verstärkte Konzerttätigkeit den Wegfall von CD-Einnahmen kompensieren. Ihre Finanzbasis ist jedoch die subventionierte Staatsoper (und Salzburg). Das beruhigt. Und keine Krise auch bei den NÖ Tonkünstlern.

Ob das so bleibt, ob das Subventions- dem Sponsorenmodell überlegen ist, muss sich aber erst zeigen. Im Moment liegt es leicht vorne. Staaten, die selbst der Rettung bedürfen, sind indes sparsam. Und die Krise ist womöglich nicht vorbei, sondern nur in eine neue Phase getreten. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2011)

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