Erwin Pröll für weitere Privatisierungsschritte

21. April 2011, 18:40
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Der Landeshäuptling kann sich vorstellen, dass sich die öffentliche Hand weiter zurückzieht - Großaktionär Wien skeptisch

Wien  - Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) will den börsenotierten Flughafen Wien privatisieren, berichtet der "Kurier". Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SPÖ) zeigt sich davon nicht begeistert, einen Vorschlag des NÖ-Landeschefs würde man aber prüfen. Derzeit halten Wien und Niederösterreich je 20 Prozent, die Mitarbeiterstiftung 10 Prozent, der Rest ist im Streubesitz.

"Insbesondere in Hinblick auf die internationale Rolle und Positionierung des Flughafens Schwechat ist es offensichtlich notwendig, Überlegungen anzustellen, dass sich die öffentliche Hand mehr zurückzieht und man Konstellationen findet, die die Zukunft des Flughafens als erfolgreiches Unternehmen international absichern", erklärte Pröll gegenüber der Zeitung. Er glaube, "dass es Sinn macht, diese Überlegungen gemeinsam mit Wien anzustellen, da wir über einen Syndikatsvertrag generell gemeinsames Vorgehen vereinbart haben".

Wiens Vizebürgermeisterin Brauner reagiert skeptisch: "Wien sieht nach wie vor absoluten Sinn in einer öffentlichen Beteiligung für ein Unternehmen, das eine derart zentrale Bedeutung für die gesamte Ostregion hat." Einen Vorschlag von Pröll, sobald er an Wien herangetragen werde, wolle man "seriös prüfen".

Die beiden Länder haben ihre Beteiligungen am Flughafen über einen Syndikatsvertrag koordiniert, der ihnen auch je zwei Aufsichtsratsmandate und das Vorschlagsrecht für je einen Vorstand garantiert.(APA)

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