Die Grillzange in Männerhand

21. April 2011, 11:05
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Männer kochen im Alltag seltener als Frauen, doch das Grillen lassen sie sich nicht aus den Händen nehmen

Linz - An den österreichischen Gartengrillern sind die Geschlechterrollen sehr traditionell verteilt: Die Männer legen auf, die Frauen sind für die Beilagen zuständig. Auch bei der Auswahl der Speisen bleibt die breite Mehrheit bei Schweinefleisch, Würstel oder Cevapcici und wagt kaum Experimente. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des Linzer Instituts "Spectra".

Die Meinungsforscher befragten im Oktober 2010 in persönlichen Interviews 1.051 repräsentative ÖsterreicherInnen über 15 Jahre. Dabei zeigte sich, dass Ganzjahres-Griller eher selten sind. Nur sieben Prozent heizen auch bei Wind und Wetter an. Sobald die wärmere Zeit beginnt, geben sich aber zwei Drittel zumindest einmal im Monat dem Grill-Genuss hin, elf Prozent sogar ein- oder mehrmals pro Woche. Ihnen stehen auf der anderen Seite 17 Prozent an eingefleischten Gegnern gegenüber.

Männer grillen, Frauen bereiten Beilagen zu

Wenn gegrillt wird, stehen meist die Männer am Rost: "Ich grille selbst" sagten 54 Prozent der Männer, aber nur 19 Prozent der Frauen. In einem Viertel der Haushalte teilt man sich die Aufgabe. Umgekehrt verhält es sich bei den Beilagen: 62 Prozent der weiblichen und 13 Prozent der männlichen Befragten bezeichneten sich als dafür zuständig, ein gutes Fünftel hilft geschlechtsübergreifend zusammen. Im Alltag sieht die Situation anders aus: So bereiten 82 Prozent der Frauen täglich die Mahlzeiten zu, während nur 44 Prozent der Männer angeben, täglich zu kochen.

Koteletts und Würstel

Auf den Rost kommen bei 82 Prozent der Grill-Fans Koteletts, Spareribs oder anderes Schweinefleisch, bei 77 Prozent Würstel, Käsekrainer oder Cevapcici. Geflügel (60 Prozent) und Rindfleisch (45 Prozent) liegen im Mittelfeld, Fisch (26 Prozent) und Meeresfrüchte (14 Prozent) rangieren weit abgeschlagen. Neben dem Fleisch finden sich bei 81 Prozent Salat und bei etwa zwei Drittel Brot am Teller. Experimente wie Maiskolben (31 Prozent), Grillkäse (25 Prozent) oder Fruchtspieße (neun Prozent) werden eher selten gewagt. Den Durst löschen 59 Prozent mit Bier.

Auch bei der Auswahl des Arbeitsgeräts setzen die österreichischen Freiluftköche auf Altbewährtes: 61 Prozent verwenden Holzkohle, nur je ein Fünftel der Befragten vertrauen einem Gas- bzw. einem Elektrogriller. Letzterer wird vor allem von Personen mit Wohnungen bevorzugt. Die fleißigsten Griller im Bundesvergleich sind die Oberösterreicher, während Salzburger, Tiroler, Vorarlberger und Wiener die wenigste Begeisterung dafür zeigen. (APA/red)

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    Nach wie vor traditionelle Geschlechterrollen vor dem Grillrost.

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    Auf den Rost kommen hauptsächlich Schweinefleisch und Würstel.

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