Versicherer setzten auf Solartrend

20. April 2011, 17:19
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Solaranlagen auf Einfamilienhäusern sind keine Seltenheit mehr. Versicherbar waren diese Module bisher nur im Rahmen der Haushaltsversicherung. Helvetia und VAV bieten jetzt zwei Spezialprodukte an.

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Auf das Thema grüne Energie setzen zunehmend auch private Haushalte. Erkennbar ist das an der Vielzahl an Sonnenkollektoren, die auf den Dächern vieler Häuser montiert oder auch an der Gebäudefassade angebracht sind. Die Idee dahinter: Die Sonnenenergie wird in Strom umgewandelt. Im Privatbereich wird dieses System meist zur Warmwassergewinnung genutzt.

Damit kann in einem Haushalt in Summe Strom gespart werden, wodurch sich die Anschaffungskosten von einem Solarmodul bereits nach wenigen Jahren rechnen - zudem gibt es Landesförderungen für die Installation einer Fotovoltaik-Anlage. Bleibt nur noch die Frage, wie diese Anlagen versichert werden.

Bisher wurden für Sonnenanlagen Modullösungen innerhalb der Haushaltsversicherung angeboten. Seit kurzem können diese Module auch individuell versichert werden. Die Helvetia und die VAV-Versicherung bieten in diesem Segment eigene Produkte an.

Den Vorstoß hat die Helvetia Versicherung gemacht und ein neues Produkt lanciert. "Die Modullösung innerhalb der Haushaltsversicherung entspricht nicht mehr länger der Bedeutung, die dieser Form der individuellen Energiegewinnung zukommt", erklärt Werner Panhauser, Vertriebsvorstand der Helvetia, die Motivation der Versicherung.

Als Einzelprodukt kann die Fotovoltaik-Versicherung ab einer jährlichen Prämie von 77,84 Euro abgeschlossen werden. Abgesichert werden damit alle Schäden an der Anlage und alles, "was unmittelbar zum Funktionieren einer Fotovoltaikanlage gehört", wie die Helvetia zusammenfasst. Gemeint sind Schäden von den Solarmodulen über die Verkabelung bis hin zum Wechselrichter oder Einspeiszähler.

Von Brand bis höhere Gewalt

Die Versicherung zahlt auch, wenn unvorhergesehene Sachschäden eintreten, etwa durch Überspannung, Kurzschluss, Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel, Vandalismus, Bedienungs- oder Materialfehler oder höhere Gewalt. Abgedeckt sind auch Kosten, wenn Menschen durch die Solaranlage verletzt werden - etwa durch herabstürzende Bauteile.

In der jährlichen Prämie inkludiert sind auch einige Serviceleistungen - etwa für Aufräumungskosten oder Luftfrachtkosten für Ersatzteile (bis zu einer Höhe von 20 Prozent der Versicherungssumme).

Bei der VAV kommt die Prämie für eine durchschnittliche Anlage auf 70 Euro pro Jahr. Der Versicherungsschutz beginnt bereits bei der Montage und damit noch vor der Inbetriebnahme - wenn etwa bei einem Einbruch noch nicht montierte Teile oder bereits am Haus angebrachte Einzelteile gestohlen werden. Zudem sind Naturkatastrophen inklusive Erdbeben abgedeckt. "Ziel ist es, einen voll umfänglichen Versicherungsschutz für Fotovoltaiksysteme zu bieten", sagt Norbert Griesmayr, Generaldirektor von VAV.

Der Markt für diese Versicherungsprodukte ist zuletzt deutlich gewachsen. Laut VAV ist die Zahl der Solaranlagen zwischen 1992 und 2009 von 187 auf 48.991 Stück gestiegen. Die letzte gemessene Zuwachsrate auf Jahresbasis liege bei 68,76 Prozent. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.4.2011)

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    Solaranlagen am eigenen Haus machen sich in der Stromrechnung bemerkbar. Jetzt sind sie auch individuell versicherbar.

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