Ermittlungen bei kroatischer Hubschrauber-Firma

19. April 2011, 13:48
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Zagreb - Die kroatische Firma Heli kompanija d.o.o, in den lokalen Medien auch "Hiko helikopteri" genannt, ist in Österreich Gegenstand von Ermittlungen in Sachen Hypo Alpa Adria, berichtete die kroatische Zeitung "Vjesnik". Dabei gehe es um einen Kredit über 2,08 Mio. Euro, den das Unternehmen von der Hypo erhalten haben soll, ohne irgendwelche Sicherheiten vorweisen zu können. Hiko helikopteri habe lediglich als Vorwand dafür gedient, Geld aus der Hypo abzuziehen, zitiert die Zeitung einen anonymen Informanten. Die Genannten weisen die Vorwürfe zurück.

Die Firma hat eine öffentliche Ausschreibung für einen Hubschrauber-Rettungsdienst gewonnen und hätte u.a. die Bergung von Unfallopfern, die Grenzraum-Überwachung aus der Luft sowie Bergrettungseinsätze übernehmen sollen. Der Wert der zehnjährigen Konzession für diesen Hubschrauberdienst wurde mit 200 Mio. Euro beziffert. 2005 erklärte die Regierung die Ausschreibung jedoch für ungültig - die kroatische Regierung zog es vor, den Bedarf mit russischen Hubschraubern zu decken, mit denen Moskau Schulden gegenüber Zagreb beglich.

Kroatische Medien vermuten hinter Hiko den kroatischen Ex-General Vladimir Zagorec, der eine solche Verbindung jedoch dementiert hat, ebenso wie Hiko-Geschäftsführer Robert Hirc. Laut Medienberichten soll die Ausschreibung für den Rettungsdienst genau auf Hiko zugeschnitten gewesen sein. Heute gibt es die 2004 gegründete Firma nicht mehr.

Robert Hirc, Geschäftsführer von Hiko Helikopteri, bestätigte gegenüber "Vjesnik", dass er von der österreichischen Staatsanwaltschaft vor einem halben Jahr befragt worden sei. Die Hiko-Hubschrauber seien von der Hypo geleast worden, erklärte Hirc. Der Versuch, nach der Annullierung der Ausschreibung kommerzielle Flüge anzubieten, sei gescheitert und man habe die Hubschrauber der Bank zurückgegeben. Den von der Hypo erhaltenen Kredit habe man zurückgezahlt, versichert Hirc.

Hirc sagte auch, dass die Firma bei der Gründung Kredite von der Bank Austria und der Raiffeisenbank aufnehmen wollte, doch dass diese abgelehnt hätten, weil die Firma keine staatliche Garantie gehabt habe. Von der Hypo habe man den benötigten Kredit schließlich erhalten, "ich vermute, dass ihre Geschäftspolitik weniger konservativ war", so Hirc. Doch das Geschäft - nach der gescheiterten Ausschreibung bot die Firma kommerzielle Flüge an - lief offenbar nicht. Die Hubschrauber wurden der Bank zurückgegeben. Der Kredit sei zurückgezahlt worden, so Hirc. (APA)

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