Im Mittelmeer werden bald Arten aussterben

23. April 2011, 16:42
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Mehr als 40 Fischarten könnten in den nächsten Jahren verschwinden

Gland - Mehr als 40 Fischarten könnten in den nächsten Jahren aus dem Mittelmeer verschwinden. Zu diesem Schluss kommt eine im Schweizer Gland veröffentlichte Studie der Weltnaturschutzunion IUCN. Kommerziellen Arten wie dem Großen Thunfisch (auch Roter Thunfisch oder Blauflossen-Thunfisch), dem Braunen Zackenbarsch, dem Europäischen Wolfsbarsch und dem Seehecht geht es wegen Überfischung schon lange an den Kragen. Zudem seien nahezu die Hälfte der Hai- und Rochenarten und mindestens zwölf Knochenfischarten wegen Überfischung, veränderter Lebensräume und Umweltverschmutzung vom Aussterben bedroht.

Ein Hauptgrund für die Artenbedrohung im Mittelmeer ist laut IUCN die Fischerei. "Der Bestand an Großen Thunfisch im Mittelmeer und im Ostatlantik macht dabei besondere Sorge", sagte der Meeresfisch-Spezialist der Organisation, Kent Carpenter. "Es gibt bereits einen 50-prozentigen Rückgang des Fortpflanzungspotenzials über die vergangenen 40 Jahre, vor allem durch Überfischung." Der Einsatz von Fanggeräten wie Schleppnetzen und die illegale Verwendung von Treibnetzen führe dazu, dass hunderte Meeresbewohner ohne ökonomischen Wert gefangen und ihre Populationen bedroht werden. Dies betrifft der Organisation zufolge auch Meereslebewesen wie Delfine, Wale, Schildkröten und Vögel. Schleppnetze zerstören zudem Teile des Meeresbodens - und damit Fortpflanzungs- und Lebensraum.

Gegenmaßnahmen

Um diesen Trend und damit das baldige regionale Aussterben aufzuhalten, empfiehlt die Weltnaturschutzunion IUCN, Vorschriften für die Fischerei zu verstärken, die Quoten zu überdenken, neue Schutzgebiete zu schaffen und die Verschmutzung des Mittelmeers zu reduzieren. (APA/red)

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