Das große Rätsel "Auslands-Strafzettel"

19. April 2011, 12:16
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Tipps zum Umgang mit Organstrafmandaten

Gerade beim Verkehr bzw. bei Verstößen gegen die Regeln gibt es innerhalb Europas doch gravierende Unterschiede punkto Bestrafung. Wer im Ausland geblitzt wurde oder falsch geparkt hat und dann einen Strafzettel im Briefkasten vorfindet, ist meist überrascht und verwirrt. Was tun? Sofort bezahlen? Ignorieren? Der ÖAMTC gab nun entsprechende Tipps.

Grundsätzlich sei es möglich, dass nicht bezahlte Auslandsstrafen von den österreichischen Behörden zwangsweise eingetrieben werden, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Voraussetzung dafür sei, dass das Reiseland, in dem der Verstoß begangen wurde, die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen habe. "Häufig wird die Vollstreckung im Inland auch ohne oder aufgrund einer falschen gesetzlichen Grundlage versucht", kritisierte Club-Jurist Andreas Achrainer. In solchen Fällen sollte man mit dem ÖAMTC Kontakt aufnehmen: Mithilfe eines Formulars der Rechtsberatung können etwa fremdsprachige Strafbescheide ins jeweilige Land retour geschickt werden, um eine Übersetzung anzufordern.

Wer Strafbescheide allerdings ignoriert, sollte sich bewusst sein, dass spätestens bei Wiedereinreise in das Land die Eintreibung des offenen Strafbetrags droht. Damit das nicht passiert, sollten sich Autourlauber im Voraus über die Verkehrsbestimmungen informieren.

Ein Überblick der ÖAMTC-Touristik: 

Italien: Unser Nachbarland war 2010 das beliebteste Auslandsreiseziel der Österreicher. Alkoholisierte Lenker mit mehr als 1,5 Promille müssen in Italien damit rechnen, dass ihr Fahrzeug beschlagnahmt, enteignet und zwangsversteigert wird. Um den hohen Anteil nächtlicher Unfälle zu verringern, kosten Verstöße wie Geschwindigkeitsübertretung oder Drängeln zwischen 22.00
und 7.00 Uhr um ein Drittel mehr als tagsüber. Wer am Steuer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, muss mindestens 150 Euro zahlen.

Spanien: "Harmloses" Falschparken kann teuer zu stehen kommen - die spanischen Behörden verrechnen bis zu 200 Euro. Bei schweren Vergehen, wie dem Übertreten der zulässigen Geschwindigkeit um 60 km/h oder bei einem Blutalkoholgehalt von mehr als 1,2 Promille, droht sogar eine Haftstrafe von mindestens drei Monaten.

Griechenland: Die Strafen sind im europäischen Vergleich recht hoch, die Fristen für deren Bezahlung sehr kurz angesetzt. Kostet beispielsweise ein Überholverstoß bei Sofortzahlung 350 Euro, so erhöht sich das Bußgeld nach Ablauf einer zehntägigen Frist bereits auf das Doppelte.

Skandinavien: In Dänemark werden gehaltsbezogene Strafen verhängt - wer mehr verdient, bezahlt mehr. Alkohol am Steuer kann einen ganzen Monatsverdienst kosten. Norwegen hat mit 670
Euro Strafe für Überhol- und Rotlichtverstoße die höchsten Strafen in Europa. Auch schnelles Fahren kommt hier teurer als in anderen Ländern.

Irland: Heuer wurde die Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt. Bereits kleine Überschreitungen werden mit mindestens 200 Euro geahndet.

Schweiz: Wer sich im Land der Eidgenossen von einem "Navi" leiten lässt, sollte unbedingt ein Gerät ohne Radarwarnfunktion verwenden. Denn dieses Extra wird mit Radarwarngeräten gleichgestellt und ist verboten. Derartige Geräte dürfen weder erworben noch in Umlauf gebracht werden. Auch der Einbau ins Fahrzeug, das Mitführen und Verwenden von Radarwarnern ist untersagt. Rigoros geht die Schweizer Exekutive auch bei Verkehrsverstößen vor. Für Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 50 km/h fallen mindestens 690 Euro Strafe an. (APA)

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