Muskelkontraktionen bei Musikern offenbar erblich

18. April 2011, 10:47
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Die fokale Dystonie, eine neurologische Erkrankung bei Musikern, könnte erblich sein

Lübeck - Unter professionellen Musikern - vom Musiklehrer bis zum Konzertpianisten - ist etwa ein Prozent betroffen. Die Erkrankung ist nicht heilbar und beendet in aller Regel die musikalische Karriere: die Rede ist von der fokalen Dystonie. Die Krankheit äußert sich in nicht beeinflussbaren und oft lang anhaltenden Muskelkontraktionen. Die Störung ist örtlich begrenzt (fokal) und betrifft meistens Regionen, die unter äußerster Präzision komplexe Bewegungen ausführen. Der genetische Faktor könnte bei der Entstehung eine wesentliche Rolle spielen, teilte die Universität zu Lübeck in einer Aussendung mit.

Bewegungsstörungen in der Familie

Die fokale Dystonie des Musikers wurde bislang als eine sporadische, isoliert am Instrument auftretende Bewegungsstörung angesehen. In einer nun von der amerikanischen Movement Disorder Society ausgezeichneten Arbeit von Alexander Schmidt (Sektion für Klinische und Molekulare Neurogenetik und Universitätsklinik für Neurologie Lübeck) wurden 116 Patienten detailliert neurologisch untersucht. Nahezu die Hälfte wies eine komplexe Erkrankung mit noch einer oder mehreren zusätzlichen Formen von Dystonien neben der eigentlichen Musikerdystonie in der gleichen oder anderen Körperregionen auf. Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer komplexen Erkrankung zeigten dabei Patienten mit einer positiven Familienanamnese für Bewegungsstörungen.

Die Ergebnisse weisen auf einen genetischen Faktor bei der Entstehung der Musikerdystonie hin mit einem breiten individuellen phänotypischen Spektrum und verändern damit die bisherige Sichtweise der Erkrankung als eine sporadische, rein aufgabenspezifische Dystonie. (red)

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