Euribor Plus Anleihe mit Zinsen

18. April 2011, 09:03
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3M-Euribor mit 1,8-facher Hebelwirkung bei Euribor Plus Anleihe - Von Thorsten Welgen

Die EBF (European Banking Federation) publiziert börsentäglich den Euribor (Euro Interbank Offered Rate). Dafür melden insgesamt 44 in der Eurozone niedergelassene Grossbanken jeweils um elf Uhr den Zinssatz, zu dem sie bereit sind, Einlagen anderer Banken entgegenzunehmen. Bei der Ermittlung des Durchschnitts werden die oberen und unteren 15 Prozent der Gebote herausgerechnet, um Verzerrungen durch Sondersituationen bei einzelnen Instituten zu vermeiden. Auf diese Art werden Referenzzinssätze für die Laufzeiten von ein bis drei Wochen sowie von ein bis zwölf Monaten ermittelt. Wegen der Neutralität und Transparenz der Ermittlung werden Euribor-Sätze als zugrundeliegendes Instrument für viele Finanzinstrumente verwendet: börslich und außerbörslich gehandelte Derivate, variabel verzinsliche Anleihen und weitere strukturierte Produkte.

Mindestens 2%, höchstens 8% Kupon

Die Morgan Stanley Euribor Plus Anleihe (Endfälligkeit: 27.04.15, ISIN: DE000MS0KAE4) bezieht sich auf den 3-Monats Euribor. Entsprechend erfolgt viermal pro Jahr eine Kuponzahlung jeweils am 27. (bzw. folgender Geschäftstag) der Monate Juli, Oktober, Januar und April. Die Höhe des darauf folgenden Kupons wird jeweils zwei Geschäftstage vor dem aktuellen Zahltag fixiert, d.h. erstmals im April 2011 für den Kupon, der im Juli 2011 ausgezahlt wird. Die Verzinsung der Anleihe hängt grundsätzlich von der Entwicklung des 3-Monats-Euribor ab. Die durch die Emittentin eingeräumte Mindestverzinsung beträgt 2 Prozent.

Notiert der Euribor darüber, wird nur der diese 2 Prozent überschreitende Teil mit dem Faktor 1,8 multipliziert und zusätzlich zur Auszahlung gebracht. Ein angenommener 3-Monats-Euribor von 3,9 Prozent ergäbe somit einen Kupon von 5,42 Prozent (2 Prozent + (3,9 - 2 Prozent)x1,8). Bei einem 3-Monats-Euribor von 5,334 Prozent und höher wird der Maximalkupon von 8 Prozent gezahlt. Da der Kupon alle drei Monate aktuelle Marktkonditionen widerspiegelt, besteht für den Investor ein geringes Zinsänderungsrisiko. Dagegen können Veränderungen der Bonität der Emittentin den Preis der Anleihe beeinflussen.

Die Quotierung an der Börse erfolgt nach dem Verfahren „dirty price", d.h. Stückzinsen sind im Anleihepreis akkumuliert und werden nicht separat ausgewiesen und abgerechnet. Die Zeichnungsfrist endet am 20. April 2011. Investoren müssen einen Ausgabeaufschlag von 1 Prozent bezahlen, eine Vertriebsvergütung von 1 Prozent ist zusätzlich im Preis des Produktes eingerechnet.

ZertifikateReport-Fazit: Die Morgan Stanley Euribor Plus Anleihe spricht Investoren an, die für die nächsten vier Jahre von steigenden kurzfristigen Zinssätzen ausgehen und überproportional daran partizipieren möchten. Kapitalschutz zum Laufzeitende besteht durch die Emittentin. Deren Bonität wird von S&P mit A+ und von Moody's mit A2 eingestuft.

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